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- Was sind „Fake News“ oder wie lassen sich gefälschte Nachrichten einordnen?
- Kann man eine unbekannte Nachricht als „Fake News“ erkennen, wenn man diese liest?
- Warum sind Fake News kein Teil des Journalismus?
- und: In wieweit verhalten sich Fake News reziprok?
Das Thema „Fake News“ wurde international durch den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, berühmt. Er warf den etablierten Medien vor, nur falsche Nachrichten zu veröffentlichen und die Menschen zu manipulieren. Dieser Vorwurf ist nicht neu und wurde in der Vergangenheit schon von anderen Politikern erhoben. Doch zur gleichen Zeit wiesen mehrere Studien nach, dass ein Großteil der Menschen den Medien nur noch eingeschränkt vertraut. Die Medien selbst haben in der Vergangenheit in ihrer Berichterstattung Fehler bei einzelnen Themen gemacht. Dies geschah jedoch selten bewusst oder vorsätzlich.
Fake News sind eine bewusste Veröffentlichung falscher Tatsachen. Sie können verschiedenen Interessen dienen; so sind Fake News ein Teil der hybriden Kriegsführung und modernen Propaganda. Sie sind entweder frei erfunden oder eine verfälschte Wiedergabe der Wirklichkeit. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass sie Fake News im Internet rezipieren und dass sie dabei in einer Filterblase enden können, welche ihnen eine dauerhaft verfälschte Realität wiedergibt.
Es gibt viele Modelle darüber, wie Informationen übertragen und verstanden werden. Die Wissenschaft ist sich uneinig darüber, inwieweit die Medien auf die Menschen einwirken. Es wird diskutiert, ob die Medien eine schwache oder eine starke Wirkung haben. Als bewiesen gilt, dass der Leser bewusst auswählt, welche Nachrichten er rezipiert. Dabei kann der Rezipient von den Medien selbst oder von Meinungsführern beeinflusst werden, die ihm bestimmte Themen oder Medien empfehlen. Überwiegend werden Inhalte rezipiert, die der eigenen Einstellung entsprechen, die durch den „einseitigen“ Konsum weiter verstärkt werden. Auch andere Einflussfaktoren (Politik, Lobbyismus, Public Relations) versuchen, durch Agenda-Setting bestimmte Themenschwerpunkte in den Medien zu platzieren. Hierbei werden Frames benutzt, die bei den Rezipienten bestimmte Interpretationen hervorrufen und ihr Meinungsbild beeinflussen. Frames können die Bildung von bestimmten Stereotypen fördern. Außerdem gilt die Hypothese, dass Rezipienten ihre Meinungen langsam an die der Medien anpassen. Dadurch verliert der Rezipient seine neutrale Haltung gegenüber ihm unbekannten Themen.

Abbildung 11 zeigt, wie häufig der Begriff „Fake News“ im Zeitraum der Erstellung dieser Arbeit bei Google als Suchanfrage gestellt wurde. Das Umfeld der Fake News bilden verschiedene Arten von Medien. Soziale Medien sind Plattformen, die Fake News nicht aktiv verbreiten. Die Verbreitung geschieht hier hauptsächlich durch den Nutzer selbst. Traditionelle Medien versuchen, über Fake News aufzuklären, während einzelne alternative Medien Fake News zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben. Rechtlich kann in Deutschland in bestimmten Fällen gegen Fake News vorgegangen werden. Die verschiedenen politischen Parteien in Deutschland sind bei diesem Thema unterschiedlicher Meinung: Rechte Parteien neigen vermehrt zu einer Verbreitung von Fake News. Dies geschieht zum Beispiel über ihnen nahestehende Medien. Diese Medien erfüllen nicht die journalistischen Kriterien, die sich der Journalismus selbst vorgibt – allen voran die objektive und wahrheitsgemäße Berichterstattung. Der Konsument von Medieninhalten ist selbst verantwortlich dafür, wie er mit den Medien umgeht. Heute empfiehlt sich eine skeptische Haltung gegenüber Quellen, welche unbekannt sind und nicht vertrauenswürdig erscheinen. Nachrichten, die zweifelhaft sind, sollten deshalb gegengeprüft werden.
Die empirische Umfrage zeigt, dass fast 99 % der Probanden, die in Deutschland leben, davon ausgehen, dass sie wissen, was Fake News sind. Keiner der 166 Befragten geht davon aus, dass die Medien nicht lügen. Der experimentelle Test beweist, dass die wenigsten Probanden bei vier gefälschten und einer wahren Nachricht beurteilen können, ob die gelesene Nachricht echt oder ausgedacht ist. Keiner der nachträglich befragten Probanden gab an, die Testfragen während der Online-Befragung nachrecherchiert zu haben. So verhalten sich fast alle Menschen, wenn sie Nachrichten lesen. Im Durchschnitt machten beide gebildeten Populationen (europäische und russische) 1,66 Fehler im experimentellen Test. Der Test zeigt außerdem, dass das Erkennen von Fake News nicht im Zusammenhang mit höherer Schulbildung steht. Außerdem gibt der experimentelle Niveautest Aufschluss darüber, dass wenige Menschen Interesse daran haben, Fake News bewusst zu lesen.
Fazit
Die Wahrheit ist, dass es zahllose Beispiele für Fake News gibt. Unzählige weitere kommen jeden Tag hinzu. Das Thema „Fake News“ wird in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Zum einen resultiert die Bedeutung aus der ständigen Berichterstattung zu diesem Thema; zum anderen erkennen viele Menschen ein Potenzial in Fake News. Dieses Potenzial ist generell als gefährlich einzustufen.
Die zweite Wahrheit ist, dass man mit Fake News Geld verdienen kann. Durch das Internet bewegen sie sich mit Lichtgeschwindigkeit um die ganze Welt. Der experimentelle Test beweist, dass bei 830 gegebenen Antworten 7,47 % die vorgegebene Fake News weiterlesen wollten. Hier zeigt sich eine geringe aber trotzdem vorhandene potenzielle Leserschaft, die sich erhöht um all diejenigen, die die Fake News nicht erkennen und die falschen Nachrichten für Realität halten. Nicht alle Fake News lassen sich ohne eine entsprechende Nachprüfung der Informationen erkennen. Der Medienmarkt „Internet“ macht es möglich, dass man auf jeder Webseite mit Werbung gewinnorientiert arbeiten kann. Fake News können mit wenig Aufwand eine höhere Reichweite erzielen als richtige journalistische Nachrichten. Dies liegt daran, dass die Freiheiten bei Fake News unbegrenzt sind. Jeder Gedanke, der interessant erscheint, kann so unterhaltend wie möglich verbreitet werden, egal ob dieser Fiktion ist oder nicht.
Die Lüge in Zeiten des Kapitalismus – wenn man heute dazu in der Lage ist, einzig und allein damit Geld zu verdienen, Lügen auf Internetseiten zu veröffentlichen, dann ist es doch eine ethische Frage, ob man dies macht oder unterlässt. Mit ethischen Fragen kämpft die Menschheit seit ihrer Entstehung. Fake News können heute leicht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – dass dies erfolgreich funktioniert, gilt allein dadurch als bewiesen, dass eine einzige Person finanziellen Gewinn mit Fake News macht. Das nennt sich Möglichkeit. Der Verlauf der Geschichte lehrt uns, dass sich erfolgreiche Ideen immer durchgesetzt haben, und eine Lüge ist nichts anderes als die Konstruktion einer alternativen Möglichkeit. Fake News stellen also finanzielle Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts dar. Diese können nur erfolgreich durch Zensur gestoppt werden – da dies eine Verletzung der Grundrechte in Deutschland darstellt, kann das Problem auf zwei Arten gelöst werden.
Die erste Lösung ist das Wegschieben der staatlichen Verantwortung . Das Wegschieben der Verantwortung über die Zensur von Fake News ist, die Übertragung dieser Pflicht an die Verantwortlichen, das heißt an die Personen und Unternehmen, welche an der Verbreitung von Fake News beteiligt sind oder finanziellen Gewinn aus ihnen erzielen. Dies muss im Rahmen gesetzlicher Regeln geschehen. Die deutsche Politik versucht dies ansatzweise durch das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG).
Die Menschheit hat jedoch eine zweite Möglichkeit, das Problem zu lösen. Sie muss dazu bereit sein, auf die Kultur der kostenlosen Informationen zu verzichten. Die Menschen müssen wieder Geld für eine Zeitung und andere journalistische Produkte ausgeben. Geben Sie den Journalisten die Möglichkeit zurück, eine gute Recherche zu garantieren, dann können die Journalisten wieder verantwortungsvoll und umfassend arbeiten. So steigt die allgemeine Qualität journalistischer Produkte.
Fake News sind die Trennung der Assoziation zwischen den Begriffen „Medien“ und „Journalismus“. Fake News haben nichts mit Journalismus zu tun, Journalismus ist das klare Gegenteil davon und deshalb das stärkste Schwert zu ihrer erfolgreichen Bekämpfung.
Um zu beantworten, inwieweit Fake News sich reziprok verhalten, empfiehlt sich die Einführung eines neuen Begriffs. Die gedankliche Weiterentwicklung der Thematik der „Fake News“ führt zu den „Fake Media“. Während sich der Begriff „Fake News“ schlecht generalisieren lässt und vermehrt nur einzelne Nachrichten betrifft, eignet sich zur Verallgemeinerung der Ausdruck „Fake Media“. Diese sind einzelne Medien, deren Glaubwürdigkeit es zu bezweifeln gilt. Fake Media kann, ähnlich wie Fake News, auch als Kampfbegriff verwendet werden. So sind Fake Media zum Beispiel Nachrichtenportale, deren einziger Zweck es ist, Fake News zu veröffentlichen. Anders als Fake News selbst, die auch vereinzelt in anderen Medien auftreten können, wird in Fake Media nur reine Fiktion publiziert. Welchem Zweck diese dient, ist bei der Verwendung des Begriffs irrelevant.
Als Erstes ist anzumerken, dass Fake News sich wie alle anderen Nachrichten reziprok verhalten. Ihre wechselseitige Beziehung besteht darin, dass sie erstellt, gelesen, geglaubt, weitergegeben, beurteilt und kritisiert werden. Dabei bewegen sie sich in einem Umfeld, welches verschiedene Interessen umschließt, und sie sind voneinander abhängig: Der Konsument verlangt nach Nachrichten. Die Medien brauchen Werbeeinnahmen durch die Unternehmen. Politiker und andere Akteure finden in den Medien eine Plattform für ihre Themen, und der Konsument will wiederum mehr über diese Themen erfahren. Alle medialen Parteien sind also voneinander abhängig.
In diesem Umfeld der Medien haben alle Akteure die Möglichkeit, Falschnachrichten zu verbreiten. Die Verbreitung von Fake News kann zu rechtlichen Konsequenzen führen, die für den Großteil der Medienakteure kontraproduktiv sind. Fake News können aber auch so erstellt werden, dass der Autor hinter der Nachricht versteckt bleibt und die Justiz so keine Chance hat, den Autor zu belangen, oder sie können geschickt formuliert sein, sodass sie keinen Gesetzesverstoß darstellen.
Durch ihre mangelhafte Glaubwürdigkeit und ihre Verzerrung der Realität können Fake News den Konsumenten manipulieren. Dazu müssen sie nichts anderes tun als das Gegenteil dessen zu berichten, was von journalistischen Medien publiziert wird. Durch ihre alternative Sichtweise werden all diejenigen angesprochen, deren Vertrauen in die Medien sehr stark gesunken ist. Tritt nun ein Medium auf, welches aufwendig und durchdacht eine kampagnenartige Verbreitung von Fake News verwirklicht, so hat ein Teil der Leser schon verloren, da er anderen Quellen kein Vertrauen mehr schenken werden. Fake News können so gesehen zur Programmierung oder Radikalisierung von Personen eingesetzt werden.
Fake News sind nichts anderes als wahr gewordene Romane, die vorgeben in der Wirklichkeit zu spielen. Ihr Inhalt ist frei erfunden, aber manchmal zu schön, um falsch zu sein. Dass sich die Menschen in einer Fiktion verlieren können, ist allgemein bekannt. Fake News haben das Potenzial, ihren Leser von einer vorgegebenen Wahrheit zu überzeugen, welche neben der tatsächlichen Realität existiert. Dadurch ergibt sich eine Reihe von Möglichkeiten zum Missbrauch.
Bis jetzt sind Fake News selten ineinander vernetzt. Großangelegte Fake News werden zukünftig aus mehreren Querverweisen zu Fake-Quellen bestehen. Die Fake-Quellen dienen dazu, die Glaubwürdigkeit der gefälschten Nachricht zu untermauern. Fake News könnten daher wie Spinnennetze aufgebaut werden. Daraus ergeben sich Fake Netzwerke, die dazu dienen, den Inhalt von Falschnachrichten zu verifizieren. Zukünftige Fake Media werden nach diesem Prinzip ihre Fake News verbreiten. Das Symptom „Fake News“ ist so gesehen erst der Anfang einer Krankheit. Diese Krankheit kann nur schwer behandelt werden, weshalb es wichtig ist, neben der zunehmenden Anzahl an Fake News vertrauensvolle Nachrichtenquellen zu haben.
Fake News bieten dem Journalismus daher eine Chance, denn hochwertige journalistische Produkte können wieder verkauft werden. Sie müssen nur zwei Aspekte dabei untermauern:
- Journalismus ist die einzige wahrheitsgemäße Berichterstattung.
- Kostenlose Nachrichten können im Zweifel immer eine Lüge sein.
Traditionelle Medien, die das durchsetzen, werden durch ihre Historie immer einen Vorsprung haben gegenüber neuen Medien, welche gleichartig argumentierten. Fake News sind daher das beste Argument für die Durchsetzung einer Paywall auf journalistischen Internetseiten.

