Fake News – die zweite Wahrheit

2 GRUNDLAGEN ZU FAKE NEWS

Dieses Kapitel setzt sich mit den Grundlagen der „Fake News“ auseinander. Hierbei wird zuerst eine Gesamtübersicht über die Thematik gegeben, in welcher das Thema umfassend von verschiedenen Seiten betrachtet wird. Nachfolgend werden wichtige Begrifflichkeiten rund um das Thema geklärt. Anschließend wird die neue Problematik der ständig fortlaufenden Normalisierung falscher Nachrichten theoretisch eingeordnet, um abschließend mögliche Auswirkungen subjektiv einzuschätzen. Nutzen und Gefahren, die dieses Thema mit sich bringen, werden im letzten Unterkapitel besprochen.


2.1 Status quo

Zum 28. Geburtstag des World Wide Web veröffentlichte Sir Timothy John Berners-Lee einen offenen Brief. In diesem beschrieb der britische Physiker und Informatiker die drei großen Herausforderungen seiner Erfindung, die wir heute als Internet oder Cyberspace kennen. Nach seiner Meinung haben wir erstens die Kontrolle über unsere persönlichen Daten verloren. Zweitens fehlt es an Transparenz bei politischer Onlinewerbung, sodass man diese nicht als solche erkennen kann. Und drittens ist es heute viel zu einfach, Fehlinformationen im Internet zu verbreiten. Berners-Lee schreibt im März 2017 dazu: 

„Today, most people find news and information on the web through just a handful of social media sites and search engines. These sites make more money when we click on the links they show us. And, they choose what to show us based on algorithms which learn from our personal data that they are constantly harvesting. The net result is that these sites show us content they think we’ll click on – meaning that misinformation, or ‘fake news’, which is surprising, shocking, or designed to appeal to our biases can spread like wildfire. And through the use of data science and armies of bots, those with bad intentions can game the scienceystem to spread misinformation for financial or political gain.“

http://webfoundation.org/2017/03/web-turns-28-letter/

Zwischen postfaktisch und Lügenpresse – seit dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 wird der Begriff „Fake News“ immer häufiger in der deutschen Sprache verwendet. Angesichts der permanenten analogen und digitalen medialen Präsenz wanderte dieses Wort in die Köpfe der Deutschen. Durch die immense Aufmerksamkeit wurde dieses Thema zu einer „neuen“ Problematik, mit welcher sich die Politik und Medienunternehmen beschäftigen müssen. Das Phänomen „Fake News“ ist zum Gegenstand der Manipulation geworden. Den sozialen Medien wird vorgeworfen, der großen Aufgabe „Fake News“ in der Vergangenheit nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. 

Während des US-Wahlkampfs 2016 nutzten mazedonische Jugendliche die Möglichkeiten des World Wide Webs. Sie erstellten mehr als hundert verschiedene Webseiten, die über Facebook sehr effektiv mit Falschmeldungen zugunsten des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump warben. Eine ihrer Seiten „USA Newsflash“ erreichte über hunderttausend Follower und war somit erfolgreicher als viele traditionelle Medien und Verlagshäuser, denn ihre Nachrichten, die größtenteils aus Lügen und Verzerrungen bestanden, erreichten eine höhere Reichweite als Artikel der etablierten Medien.

Hier ergeben sich neue Probleme, da sich Facebook, YouTube, Google und Co. von traditionellen Medienunternehmen unterscheiden. Der Konsum von Medien war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts passiv. Traditionelle Medien dienten als einfache Informationsquelle. Mit der Entwicklung des Internets und der Verbreitung von sozialen Netzwerken änderte sich die Rolle der Konsumenten – sie wurden aktiv. Heute dominieren Facebook, YouTube und TikTok diesen Markt. Die Benutzer erstellen qualitativen und quantitativen Content in Massen. Die verschiedenen Plattformen fungieren nicht als Gatekeeper, wie im Sinne des klassischen Journalismus, sondern die Nutzer können ihre eigenen Inhalte frei veröffentlichen. Bekannte Nutzer erhalten so mit ihren Posts eine enorme Reichweite, jedoch können auch unbekannte Nutzer mit guten Inhalten viel Aufmerksamkeit bekommen. Facebook, Twitter und andere soziale Medien überwachen von offizieller Seite bislang nicht den Content, den ihre Nutzer erzeugen. Dies soll sich ändern, doch hierbei ergeben sich technische und rechtliche Hindernisse, die mit verschiedenen Ansätzen überwunden werden sollen. (Stand 2017).
Durch die Aktualität des Themas „Fake News“ sind noch viele Fragen offen, die derzeit öffentlich diskutiert werden:

– Wie geht die Politik mit dem Thema um? 
– Welche rechtlichen Konsequenzen sind zu ziehen? 
– Was bedeuten „Fake News“ für die Arbeit von Presseverlagen?

(Bachelorarbeit 2017– Die Überwachung der internationaler digitaler Kommunikation in sozialen Netzwerk ist heute moderner Standard)

Allen voran sollte aber die Frage stehen, inwieweit „Fake News“ etwas Neues sind. Der Begriff Kommunikation – vom lateinischen „communicare“ – bedeutet so viel wie ‚teilen‘ oder etwas gemeinsam machen‘. Etwas gemeinsam zu machen kann jedoch auch bedeuten, sich von etwas anderem abzugrenzen. Folgt man diesen Gedanken, so ist jeglicher Konflikt ein Teil von Kommunikation. Lügen, Täuschen und Streiten sind seit jeher Grundlagen menschlicher Kommunikation. Kreationisten verweisen hier auf das achte Gebot der Wahrhaftigkeit. „Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen“, soufflierte Gott in Moses’ Ohr. Über 40 Autoren und zwei bis drei Milliarden abgesetzte Bücher später würde sich Charles Darwin heute darüber freuen, dass Wissenschaftler auch andere Tiere beim Lügen beobachtet haben. Von Mimikry verschiedener Insektenarten bis hin zu Säugetieren – die Natur lügt. Afrikanische Erdmännchen beispielsweise haben nicht nur einen eigenen Signalruf, der vor Raubvögeln warnen soll. Sie setzen diesen auch ein, um Futterkonkurrenten zu vertreiben.

Ehrlichkeit gegenüber Fressfeinden oder den eigenen Artgenossen ist keine natürliche Angelegenheit. Seit der Erfindung des modernen elektronischen Computers haben die Menschen den Maschinen immer mehr Vertrauen geschenkt. Maschinen, die bekanntlich immer nur in Einsen und Nullen unterscheiden. In einer Welt, die nur aus „Ja“ oder „Nein“ besteht, fällt es zunehmend vielen schwer, die Tatsache zu akzeptieren, dass „Ja“ auch gleichzeitig „Nein“ bedeuten kann. Eine Maschine, die nicht die Wahrheit sagt, ist aus ihrer Sicht nicht möglich. Unbekannten Quellen wird so mehr Vertrauen geschenkt, da aus ihnen bekannt ist, dass alle anderen lügen. Die traditionellen Medien hatten genauso lange recht, bis man etwas Gegenteiliges in Internet lesen konnte. („Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“, Luhmann (1996): „Die Realität der Massenmedien“, 2. Auflage, Opladen – Seite 9)

„Offene Mediensysteme westlichen Typs haben einen Doppelcharakter: einerseits verstehen sie Presse und Rundfunk als soziale Institutionen, die also der Allgemeinheit dienen sollen; andererseits sind die Medien eine Industrie und dienen damit – im weitesten Sinne – (wirtschaftlichen) Einzelinteressen. Einerseits sind sie – als Kinder der Aufklärung – philosophischen Werten verpflichtet; solche Werte sind Vernunft, Freiheit, Wissen, Mündigkeit; andererseits sind die Medien und ihre Journalisten an praktisch- pragmatischen Vorgaben und Zielen wie Reichweite, Konkurrenz, Redaktionsschluss, Professionalität und Karriere orientiert. Diese ‚eingebaute Schizophrenie‘ führt zu Widersprüchen zwischen Erwartungen gegenüber den Medien und den Leistungen, zu denen sich Medien und ihre Akteure in der Lage sehen.“ 

Weischenberg (1998): „Journalistik, Theorie und Praxis aktueller Medienkommunikation, Band 1: Mediensysteme, Medienethik, Medieninstitutionen, 2. Auflage, Opladen/Wiesbaden – Seite 170

Eine Studie zur „Glaubwürdigkeit der Medien“ von infratest dimap aus dem Jahr 2015 weist auf einen deutlichen Vertrauensverlust in der deutschen Bevölkerung hin. 37 % der 750 befragten Personen über 18 Jahren gaben an, dass ihr Vertrauen in die Medien gesunken sei. 42 % der Befragten halten die Informationen in den deutschen Medien alles in allem für nicht glaubwürdig. Vor allem die Boulevardpresse (86 %), das private Fernsehen (60 %) und das Internet (53 %) gelten als wenig glaubwürdig. 39 % der Teilnehmer gaben an, dass die deutschen Medien häufig oder immer absichtlich Unwahrheiten verbreiten. 42 % glauben nicht an die Pressefreiheit in Deutschland. Sie gehen stattdessen davon aus, dass den deutschen Medien von staatlichen Einrichtungen und der Regierung vorgegeben wird, worüber sie berichten sollen.

Eine amerikanische Studie des Pew Research Center untersuchte die Auswirkungen von Fake News. 64 % der Befragten gaben an, dass der ständige Strom an gefälschten Nachrichten zu einer permanenten Verwirrung führt. Dieser Eindruck wurde unabhängig von Einkommens-, und Bildungsniveaus, Parteizugehörigkeit oder demografischen Merkmalen geteilt. Fast ein Viertel der Befragten (23 %) gab an, dass sie wissentlich Fake News über soziale Netzwerke geteilt haben. 45 % sagten, dass sie gewählte Politiker und Beamte in der Pflicht sehen, gegen Falschmeldungen vorzugehen. 43 % sehen die Öffentlichkeit und 42 % die sozialen Medien in der Verantwortung. Bei der Frage, in welcher eine Mehrfachnennung möglich war, sahen nur 15 % der Teilnehmer eine Kombination aus allen Beteiligten (Politik, Medien und Öffentlichkeit) verantwortlich. Hierbei differenziert die Studie aus und belegt numerisch, dass es eine Rolle spielt, wo die Menschen Nachrichten rezipieren. Aus der Studie geht weiter hervor, dass die Teilnehmer sicher sind, Fake News als solche zu erkennen. Trotzdem wächst weltweit der Unmut gegenüber Journalisten und Nachrichtenproduzenten.

Öffentliche Äußerungen auf Demonstrationen oder in sozialen Netzwerken individueller oder organisierter Art, welche sich klar gegen die Medien richten, sind seit der „Pegida-Bewegung“ kein Phänomen mehr. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit der „Mainstream-Medien“ ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Hierbei werden selten einzelne Medien oder eine bestimmte Berichterstattung kritisiert, sondern alle herkömmlichen Medien gleichsam angegriffen und diskreditiert. Schon früher konnte man dies im Internet beobachten, doch die Kritik geschah weniger öffentlich, sondern in Internetforen, in welchen sich der normale Medienkonsument nicht aufhielt. Diese Entwicklung verhielt sich gegensätzlich zu der von Elisabeth Noelle-Neumann beschriebenen „Schweigespirale“. Durch die anhaltende Weiterentwicklung der Technik und der damit verbundenen Verbreitung des Web 2.0 entwickelte sich auch eine Kultur der ständigen Kritik an den „Systemmedien“. Politische Entscheidungen und die dazugehörende Berichterstattung wurden nicht mehr differenziert voneinander gesehen, sondern als zusammengehörig. 

Die Verbreitung von Fehlinformationen ist nicht neu, sie erfolgt heute nur schneller. In der Geschichte gab es mehrere berühmte Beispiele für Fake News, welche über verschiedene Medien veröffentlicht wurden. Eines der ältesten ist der „Great Moon Hoax“ von 1835. Die New York Sun veröffentlichte ab dem 25. August eine Serie von Zeitungsartikeln, in welchen eine sensationelle Entdeckung verkündet wurde. Die Zeitung verkündete, dass der britische Astronom John Herschel Leben auf dem Mond gefunden habe. Die Nachricht ging schnell um die Welt, und viele andere Zeitungen meldeten sie ebenfalls. Die Sun wurde schlagartig zu der Zeitung mit der weltweit größten Auflage. Journalisten anderer Medien recherchierten diesem Thema hinterher und fanden heraus, dass die Artikel ohne die Mitarbeit John Herschels entstanden waren. Am 16. September 1835 gab die New York Sun zu, dass die Serie eine Ente war. Die Menschen reagierten zu großen Teilen amüsiert auf die Fälschungen.

Hundert Jahre später löste die Invasion der Marsmenschen angeblich eine Massenpanik aus. Das Radiohörspiel „War of the Worlds“ von Orson Welles wurde an Halloween 1938 gesendet. Manche der Zuhörer konnten durch die detaillierte Darstellung im Hörspiel Fiktion nicht mehr von Realität unterscheiden. Dies war nur möglich, da immer wieder Nachrichten und Interviews sowie Vor-Ort-Reportagen in das Hörspiel eingebaut wurden. Hinzu kam die Nennung von im Ausstrahlungsgebiet realen Orts- und Straßennamen. Aufgrund dieser Kombination interpretierte ein Teil der Zuhörer das Radiohörspiel als eine herkömmliche Nachrichtensendung.

Etwas Ähnliches gelang kurz vor Weihnachten, am 13. Dezember 2006, einem belgischen Fernsehsender. Die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt RTBF übertrug die Mockumentary „Bye Bye Belgium“. Zur Primetime übertrug der Sender diese fiktive Live-Reportage, in welcher das flämische Parlament die einseitige Unabhängigkeit von Belgien erklärte. Weiter wurde berichtet, dass das Königspaar mit einem Militärflugzeug das Land in Richtung Kinshasa verlassen habe. Die Fernsehsendung wurde von vielen Zuschauern als wahr empfunden, obwohl der Sender die Worte „Ceci n’est peut-être pas une fiction“ (deutsch: „Dies ist vielleicht keine Fiktion“, eine Anspielung auf den belgischen Surrealisten René Magritte und sein Werk „Das ist keine Pfeife“) immer wieder einspielte. Nach einer halben Stunde konkretisierte der Sender die Aussage in: „Dies ist eine Fiktion.“ Trotzdem riefen über 2600 Zuschauer beim Sender an, und die RTBF -Internetseite brach für zwei Tage zusammen. Laut einer Umfrage, die der Sender selbst durchführte, glaubten 89 % der Zuschauer an den Zerfall Belgiens. Sogar 6 % von ihnen glaubten an die Wahrheit des fiktiven Berichts, nachdem er als unwahr klargestellt wurde.

Die Geschichte der falschen Nachrichten ist lang. Wenige haben Einfluss, doch einzelne setzen sich immer wieder durch. Heute, im Zeitalter des Internets, existiert eine Vielzahl von Fake News. Deshalb gibt es mehrere Gründe dafür, anzunehmen, dass Fake News von zunehmender Bedeutung sind. Das Web 2.0 macht den ersten Schritt in die Medienbranche zunehmend einfach. Jeder mit Smartphone und Internetzugang kann heute aktiv und weltweit Nachrichten, Videos, Fotos und Tonaufnahmen verbreiten. Es wird immer leichter, eigene Webseiten einzurichten und seine Webinhalte durch Werbeeinnahmen zu finanzieren. Gerade Social-Media-Plattformen sind dafür sehr gut geeignet. In den letzten Jahren ist deren Nutzung immer stärker gestiegen: 2016 hatte Facebook 1,8 Milliarden aktive Nutzer pro Monat, Twitter hatte 400 Millionen User. 

Das erfolgreiche Verteilen von Fake News unterliegt zwei Kriterien. Zum einen erkennt der Konsument speziell angelegte Fake-News-Seiten im Internet nicht, da diese von vertrauenswürdigen Seiten nicht zu unterscheiden sind. Sie suggerieren eine eigene Authentizität. Zum anderen garantiert gewissermaßen der Nutzer mit dem Teilen falscher Nachrichten für deren Glaubhaftigkeit. 

Das Vertrauen in die Massenmedien sinkt, und dieser Rücklauf kann unterschiedliche Ursachen haben. Ein möglicher Grund ist der, dass sich gefälschte Nachrichten oft schneller und besser verbreiten als herkömmliche Nachrichten. Durch die Masse der Nachrichten und ihren zum Teil zweifelhaften Inhalt entsteht eine politische Polarisation. In jedem politischen Lager wächst stetig ein negativer Eindruck, da jede Seite glaubt, dass die andere Seite zunehmend gefälschte Nachrichten über sie verbreitet. Dieser Eindruck kann sich immer weiter verbreiten und sich zu einer möglichen gesamtgesellschaftlichen Problematik entwickeln.

2.1 Definitionen

Der Begriff „Fake News“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie ‚gefälschte Nachricht‘ oder ‚gefälschte Nachrichten‘. Aktuell erhält der Terminus eine wachsende gesellschaftliche Bedeutung angesichts der vermehrten Kommunikation im weltweiten Netz und deren unübersichtlicher Tiefe. Gefälschte Nachrichten werden häufig im Internet publiziert. Mit dem Begriff „Fake News“ sind jedoch nicht nur Nachrichten gemeint, welche durch das Internet verbreitet werden, sondern jegliche falsche Nachrichten, die über ein beliebiges Medium veröffentlicht werden. Der Begriff umfasst dabei zwei substanzielle Elemente: erstens stellt er die Glaubwürdigkeit der Quelle infrage, von welcher die Information ursprünglich stammt; zweitens stellt er die Glaubwürdigkeit des Autors infrage, unterstellt also eine bewusste aktive Verbreitung einer Fälschung, einer Lüge oder eines unbewiesenen Gerüchtes.

Durch reißerische Nachrichten oder nachbearbeitete, verfälschte Bilder werden gezielt Fehlinformationen verbreitet. Das Ziel dabei kann persönlicher, politischer oder kommerzieller Art sein. Deshalb macht es Sinn, den sehr unpräzisen Begriff „Fake News“ noch weiter aufzuschlüsseln, um so die eigentliche Problematik besser zu verstehen. Das Unternehmen Facebook beschriebt ihn wie folgt:

„The term “fake news” has emerged as a catch-all phrase to refer to everything from news articles that are factually incorrect to opinion pieces, parodies and sarcasm, hoaxes, rumors, memes, online abuse, and factual misstatements by public figures that are reported in otherwise accurate news pieces. The overuse and misuse of the term “fake news” can be problematic because, without common definitions, we cannot understand or fully address these issues.“ 

Weedon et al. (2017): „Information Operations and Facebook“ – Version 1.0

Fake News können durch menschliches Versagen entstehen. ‚Falsche Nachrichten‘ sind daher die Informationen, welche aus einem unbeabsichtigten Berichterstattungsfehler entstehen. Falsche Nachrichten können jedoch auch bewusst erstellt werden und somit alle Nachrichtenartikel sein, die vorgeben, faktisch zu sein. Diese enthalten vorsätzliche Tatsachenfehler mit den Absichten, Leidenschaften zu wecken, Zuschauer zu gewinnen oder den Rezipienten zu täuschen.

„Propaganda kann als die in der Regel medienvermittelte Formierung handlungsrelevanter Meinungen und Einstel-lungen politischer oder sozialer Großgruppen durch symbolische Kommunikation und als Herstellung von Öffentlichkeit zugunsten bestimmter Interessen verstanden werden. Propaganda zeichnet sich durch die Komple-mentärität von überhöhten Selbst- und denunzierendem Fremdbild aus und ordnet Wahrheit dem instrumentellen Kriterien der Effizienz unter. Ihre Botschaften und Handlungs-aufforderungen versucht sie zu naturalisieren, so dass diese als selbstverständliche und nahe liegenden Schluss-folgerungen erscheinen.“ 

Bussemer (2008): „Propaganda“, Auflage 2, Wiesbaden – Seite 33

Die Verbreitung von Fake News kann als ein Teil moderner Propaganda gesehen werden. Propaganda versucht, den Menschen gezielt zu beeinflussen, sein Denken, Handeln und sogar das Fühlen zu lenken. Der Begriff der Propaganda ist jedoch in der Kommunikationswissenschaft sehr umstritten. Es ist schwer, ihn von anderen Begriffen wie Werbung, Öffentlichkeitsarbeit oder politische Kommunikation zu unterscheiden. Auch der Begriff der Propaganda selbst hat im Lauf der Jahrhunderte eine wechselnde Bedeutung erfahren. Franz Ronnenberg erklärte ihn sogar als „vorwissenschaftlich und somit im strengen Sinn unbrauchbaren Begriff.“ (Ronnenberg (1977): „Propaganda, Grundlagen, Prinzipien, Materialien, Quellen“, Publizistik Heft 1 – Seite 100).

Im 20. Jahrhundert setzte sich der moderne Propagandabegriff durch, der sich anhand unterschiedlicher Merkmale kategorisieren lässt. Demnach handelt es sich bei Propaganda um eine gezielte systematische Kommunikationstechnik zur Beeinflussung der subjektiven Realitätskonstruktion der Menschen. Sie geht von politischen Akteuren aus mit dem Ziel, deren Macht zu erhalten. Dabei nutzt Propaganda verschiedene Techniken, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Sozialforschung beruhen. Sie soll die Haltung und Handlungsweise der Menschen zu einer spezifischen Frage steuern. Hierzu propagiert sie oft ein bestimmtes ideologisches Weltbild und nutzt dazu Sprache und Bilder. Sie kommuniziert selektiv, verfälscht Fakten und bedient sich unterschiedlichster Medientypen, um ihre Botschaft zu verbreiten. Dabei benutzt sie in der Regel einfache Dichotomien (gut/böse).

Ein Teil der modernen Propaganda des 21. Jahrhunderts sind die sogenannten Information Operations. Dieser Begriff beschreibt alle Maßnahmen einer Regierung oder nicht staatlicher Akteure im Internet, die darauf abzielen, die politische Stimmung zu verfälschen. Durch diese Operationen sollen strategische oder geopolitische Ziele erreicht und der politische Gegner geschwächt werden. „Information Operation“ beschreibt eine Kombination aus verschiedenen Methoden. Es werden falsche Nachrichten und Desinformationen verbreitet, zum Beispiel über eigens eingerichtete Internetseiten oder in sozialen Netzwerken. Hierbei spielen oft „falsche Verstärker“ eine übergeordnete Rolle zur Manipulation der öffentlichen Meinung.

„Falsche Verstärker“ oder „False Amplifier“ bezeichnet Aktivitäten im Internet, die dazu dienen ein Thema „größer“ zu machen und somit in den Fokus des öffentlichen Interesses zu rücken. Es sind reale und virtuelle Strohmänner, die mit unechten Berichten die politische Diskussion stören und manipulieren sollen. Diese Methode beruht auf der „reinforcement theory“ (Verstärkungstheorie), die aussagt, dass ein Mensch dazu neigt, nur nach den Informationen zu suchen, die seine vorhandene Einstellung und Überzeugung unterstützen – selektive Exposition. Bestimmte politische Parteien sollen durch falsche Verstärker davon abgehalten werden, am aktuellen Diskurs teilzunehmen, oder aber die Stimmung wird zugunsten einer Partei künstlich überhöht.

Eine weitere Art von Fake News sind Desinformationen. Als Desinformation bezeichnet man erfundene, ungenaue oder manipulierte Informationen, die geplant und mit einem bestimmten Ziel verbreitet werden. Sie sollen die Wahrheit zu einem Thema verschweigen oder von ihr ablenken. Sie sind ein Teil der institutionellen Medien-manipulation, welche politische und wirtschaftliche Ziele verfolgen kann. Dazu gehört die Verbreitung von diffusen Zitaten und irreführenden Informationen. Hierbei unterscheiden sich Desinformation von herkömmlichen Fehlinformationen, die ohne böswillige Absicht verbreitet werden.

Die erfolgreiche Verbreitung von Desinformation funktioniert durch das Medien phänomen „circular reporting“ (engl., ‚zirkuläre Berichterstattung‘). Das Phänomen beschreibt die Situation, in der eine Information aus einer oder mehreren unabhängigen Quellen stammt, welche sich wiederum gegenseitig zitieren. Die ursprüngliche Quelle der Information ist dabei unbekannt. Durch den gegenseitigen Verweis aufeinander wirkt die Information als verifiziert. Der wahre Ursprung der Quelle bleibt jedoch verborgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die erste Quelle Fehlinformationen enthält, ist jedoch höher als in den nächsten Phasen der Weiterleitung. Dadurch kann dieses Phänomen leicht missbraucht werden.

Desinformationen werden häufig in Verbindung mit „Flag-Operation“ genannt. Dies ist eine Methode, die vor allem im nachrichtendienstlichen oder militärischen Bereich der hybriden Kriegführung angewendet wird. Es sind verdeckte Operationen, die die Identität und Absichten des Urhebers verbergen sollen – die Information wird also unter falscher Flagge veröffentlicht. Hierzu wird zum Schein die Verbreitung der Information einem unbeteiligten Dritten zugerechnet, um ihre Glaubwürdigkeit in einem Zweiparteienkonflikt zu untermauern. Der unbeteiligte Dritte kann eine einzelne Person, eine unabhängige Organisation oder eine religiöse Gruppe sein. Auch ganze Staaten können für Flag-Operation missbraucht werden. Schlimmstenfalls dienen sie dann zur Konstruktion eines Kriegsgrundes.

Der Begriff „Informationsblasen“, „Filterblasen“ oder auch englisch „Filter Bubble“ ist ein weiteres wichtiges Element im Universum der Fake News. Geprägt wurde dieser Begriff von dem amerikanischen Internetaktivisten Eli Pariser. Im Jahr 2015 beschrieb er Filterblasen in seinem Buch „The Filter Bubble: What The Internet Is Hiding From You“. Es handelt sich dabei um ein modernes Phänomen im Internet. Viele Anbieter von Internetdienstleistungen wie beispielsweise Google speichern mithilfe von Algorithmen Daten über ihre User. Im Dezember 2009 hat Google damit angefangen und die personalisierte Suche eingeführt (Marktanteil in Deutschland 2016: 94,52 %).

Seitdem gibt es kein standardisiertes Google mehr. Ab hier begann die allgemeine Personalisierung im Internet, denn alle Internetgroßkonzerne sind dazu in der Lage, individuelle Profile eines jeden Internetnutzers zu erstellen. Dies geschieht zum Großteil für den Nutzer unbewusst, jedoch auch zu seinem Vorteil, denn er Nutzer surft häufig dieselben Seiten seines Vertrauens immer und immer wieder an. Algorithmen erkennen dieses Verhalten und bieten dem User voranging nur Inhalte seiner Lieblingsseiten an.

Doch die umfangreichen Mechanismen haben gewisse Risiken. Der Benutzer wird isoliert, wichtige Informationen werden gegebenenfalls nicht angezeigt. Seinem Profil wird nur das vorgeschlagen, was der Algorithmus für relevant hält. So erhält der Nutzer nur die Information, die zu ihm passt und mit den bisherigen Daten, die er hinterlassen hat, übereinstimmt. So bewegt sich der Nutzer in einer selbst geschaffenen Informationsblase, die er selbst nicht erkennt und die meist von seiner Existenz keine Kenntnis hat. Dies ist besonders gefährlich bei der Problematik der Fake News. Filterblasen sollen den Nutzer nicht manipulieren. Doch wenn er sich vermehrt auf Internetseiten aufhält, die Fake News publizieren, könnte es ihn schwerfallen Fakt und Fiktion voneinander zu trennen. Dies geschieht allein dadurch, dass Fakt und Fiktion in seinem Weltbild ineinander verschmolzen beziehungsweise verdreht sind. 

Der Einfluss von Filterblasen kann sich in den sozialen Medien negativ verstärken. Dabei spielen „Social Bots“ eine bedeutende Rolle. Social Bots sind Computerprogramme, die durch einen Algorithmus überwiegend autonom agieren. Ihre Accounts wirken in den sozialen Medien realistisch. Sie liken, teilen und kommentieren Beiträge anderer User. Sie generieren Antworten zu bestimmten Themen automatisch und suggerieren anderen Nutzern, dass sie menschlich sind. All ihre Reaktionen sind vorprogrammiert und funktionieren entsprechend des Grades ihrer künstlichen Intelligenz unterschiedlich erfolgreich. So erkennen sie beispielsweise bestimmte Schlüsselbegriffe und reagieren darauf, oder sie können selbstständig sozial durch Dialoge interagieren. In Verbindung mit Fake News gelten Social Bots als besonders gefährlich in ihrer Agitation, da sie in der Lage sind, das Meinungsbild stark zu beeinflussen. (Kind et al. (2017): „Social Bots“, TAB-Thesenpapier Deutschen Bundestag. Seite 4.)

Social Bots werden heute als Teil der modernen Propaganda und Öffentlichkeits arbeit in Astroturfing-Kampagnen (Kunstrasenbewegung) eingesetzt. Eine unzählige Masse von Bots soll den Anschein einer breiten öffentlichen Meinung erwecken und so für politische oder wirtschaftliche Ziele werben. Bislang sprechen die wenigen Studien dagegen, dass ein Mensch seine politische Meinung aufgrund einer Nachricht ändert. Eine subtile Manipulation ist jedoch wahrscheinlich. So werden gemäßigte Positionen unterdrückt, da sich diese schnell mit den Inhalten von Social Bots konfrontiert sehen. Dadurch wird das Diskussionsklima künstlich angeheizt. Radikale Meinungen werden so immer mehr propagandiert und durch Social Bots teilweise salonfähig gemacht. Dies funktioniert heute vor allem durch die Verbreitung des Web 2.0. (Hegelich (2016): „Invasion der Meinungs-Roboter“, Konrad Adenauer Stiftung. Seite 3–4.)

Das Schlagwort „Web 2.0“ wurde vom irischen Verleger und Softwareentwickler Tim O’Reilly geprägt. Er bezeichnete Mitte der 2000er-Jahre das Internet als „Web 2.0“, um zu verdeutlichen, dass es sich grundlegend gewandelt hat. Wie die zweite Version eines Softwareprogramms. O’Reilly wollte damit ausdrücken, dass der herkömmliche Konsument im Internet nicht mehr nur passiv Inhalte abruft, sondern auch als Prosument an der Erstellung neuer Inhalte aktiv beteiligt ist. Neben den Begriff „Web 2.0“ setzte sich auch der kongruente Begriff „Social Web“ durch.

2.3 Theorie 

„Die Massen haben nie den Wahrheitsdurst gekannt. Sie fordern Illusionen, auf die sie nicht verzichten können. Das Irreale hat bei ihnen stets den Vorrang vor dem Realen, das Unwirkliche beeinflußt sie fast ebenso stark wie das Wirkliche. Sie haben die sichtliche Tendenz, zwischen beiden keinen Unterschied zu machen.“ 

Freud (1995 [1912]): „Massenpsychologie und Ich-Analyse“, Frankfurt am Main – Seite 43

Fake News werden in der Öffentlichkeit publiziert. Dabei sind der Begriff der Öffentlichkeit und seine Bedeutungsweise in der Kommunikationswissenschaft sehr ambivalent. Er wird empirisch-klassifikatorisch oder normativ-funktional verwendet. Hinzu kommt, dass er sich schwer identifizieren und von anderen Begrifflichkeiten wie beispielsweise „Publikum“ trennen lässt. Geprägt wurde der deutsche kommunikationswissenschaftliche Begriff „Öffentlichkeit“ von Jürgen Habermas. In seiner Habilitationsschrift „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ beschreibt er ihn 1962 ausführlich und definiert Öffentlichkeit als einen sozialen Raum (ab Anfang der 90er-Jahre spricht er von einem Kommunikationsraum). Dieser umfasst in der Regel eine gewisse Anzahl von Personen, kann jedoch auch allgemein zugänglich sein und eine ganze Gesellschaft umfassen. In diesem Fall wird die Öffentlichkeit neben der Judikative, Exekutive und Legislative zur „vierten Gewalt“ im Staat.

Ab hier unterscheidet die Wissenschaft öffentliche, interpersonale und private Kommunikation. Richtet sich eine Aussage nur an eine begrenzte Anzahl an Personen, so bezeichnet man dies als privat. Unterhalten sich zwei Menschen, also ein Sender und ein Empfänger, spricht man von interpersonaler Kommunikation. Richtet sich die Kommunikation an eine unbegrenzte oder unklar definierte Anzahl von Personen, dann wird sie als öffentlich betrachtet.  

Massenkommunikation gilt als öffentlich. Sie richtet sich an ein disperses Publikum (eine unbestimmte Anzahl von Menschen) (Maletzke (1963): ,,Psychologie der Massenkommunikation”, Hamburg. Seite 28.). Zur Verbreitung verwendet sie verschiedene technische Mittel – Medien wie Zeitung, Radio, Fernsehen. Massenkommunikation funktioniert nicht ohne die Massenmedien, sie sind daher nicht voneinander zu trennen. Der Begriff Massenmedien beschreibt eine Organisation, während Massenkommunikation einen bestimmten Kommunikationsprozess darstellt. Dieser Prozess verläuft einseitig ohne Interaktion. Wissenschaftlich gesehen übernimmt die Massenkommunikation die Rolle des Senders und richtet sich an ein heterogenes Publikum (Empfänger). Mit der Entstehung des Internets wurden die Grenzen zwischen der Individual- und der Massenkommunikation jedoch verwischt und man spricht heute von „öffentlicher Kommunikation“.

Es gibt verschiedene Kommunikationsmodelle, die sich unterschiedlichen Elementen des Kommunikationsprozesses widmen. Der Prozess wird dabei anhand seiner Funktion unterschieden (Organisation-, Prognose und Messfunktion). So gibt es mehrere wissenschaftliche Modelle, die versuchen, den komplexen Prozess der Kommunikation grafisch vereinfacht abzubilden. Dabei sind sie oft Grundlage einer theoretischen Hypothese und wirken heuristisch. Es gibt mehrere Strukturmodelle, die sich mit dem Aufbau der Kommunikation beschäftigen: Flussmodelle, welche den Verlauf betrachten; Funktionsmodelle, die die Probleme und den Erfolg von Kommunikation darstellen; Klassifikationsmodelle, welche einzelne Bestimmungsmerkmale in Forschungs- und Planungsschemata wiedergeben. (Schmidt & Zurstiege (2000): „Orientierung Kommunikationswissenschaft“, Hamburg. Seite 57–58.)

Ein klassisches Kommunikationsmodell wurde in den 1940er-Jahren von den beiden Mathematikern Claude E. Shannon und Warren Weaver entwickelt. Es ist bekannt unter den Namen Sender-Empfänger-Modell oder Shannon-Weaver-Modell. Es handelt sich dabei um ein binäres mathematisches Kommunikationsmodell und dient als Grundlage in der Informationstheorie. Das Modell betrachtet den technischen Aspekt der Kommunikation und sieht sie als einen linearen Prozess, welcher für mögliche Störungen anfällig ist. Die Störquellen sind in diesem Modell auf die Technik zurückzuführen. Die beiden Mathematiker meinten damit nicht die Störquellen menschlicher Art, welche durch Missverständnisse in der Kommunikation entstehen können. Ihr Modell besagt, dass eine Informationsquelle eine Nachricht formuliert. Diese Nachricht wird mit der Zuhilfenahme eines Senders (Übertragungsmediums) an ein Empfängermedium weitergeleitet. Von da gelangt die Nachricht zum Adressaten. Zwischen Sender und Empfänger kann das Signal der Nachricht durch Störungsquellen beeinträchtigt werden. Dieses Modell lässt sich nicht auf menschliche Kommunikation übertragen, doch es beschreibt auch heute noch den vereinfachten Prozess der digitalen Kommunikation im nachrichtentechnischen Sinn. (Jäckel (2008): „Medienwirkungen“, Wiesbaden. Seite 57–58.)

Allgemein besteht in der Kommunikationswissenschaft Uneinigkeit darüber, welche Wirkungen Massenmedien haben, was daran liegt, dass es mehrere mögliche Wirkungsdimensionen, Wirkungsformen und Wirkungsebenen gibt. Die Wirkungsforschung nähert sich zwar immer mehr einer Position an, die besagt, dass keine deterministischen, universellen Wirkungen vorhanden seien. Dennoch können bestimmte Angebote unter bestimmen Voraussetzungen eine Wirkung auf die Menschen haben. Langfristige Effekte sind kaum zu belegen, indirekte schwer zu untersuchen, und problematische Effekte werden aus ethischen Gründen oft nur experimentell induziert. Die Vorstellung, welche Wirkung die Medien haben, hat sich im Verlauf der Theoriegeschichte dynamisch entwickelt. Verschiedene Einflussfaktoren von außen und innen spielten dabei eine entscheidende Rolle. So kamen Wissenschaftler mit unterschiedlichen Interessen und disziplinären Grundlagen, die den gleichen Forschungsgegenstand erforschten, zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Hinzu kommt, dass die Welt sehr schnelllebig geworden ist und sich das Medienangebot durch die Digitalisierung immer und immer wieder verändert. Informationen werden schnell ausgetauscht, neue Kommunikationsplattformen und -kanäle konkurrieren mit den Alten etablierten und dadurch verändern sich die Nutzung der Medien und deren Bedeutung fortlaufend.

Jedoch sind zwei konkurrierende Positionen in der Kommunikationswissenschaft festzustellen. Man geht entweder von einer starken oder einer schwachen Medienwirkung aus. Ergo können die Medien je nach Sichtweise mal mehr positiv oder negativ auf die Menschen wirken. Dies hängt oft von deren Forschungsinteresse ab. Soll eine problematische Medienwirkung nachgewiesen werden, so wird davon ausgegangen, dass die Medien eine starke Wirkung haben. Auch der Nachweis von Effekten (starke Wirkung) gilt als wissenschaftlich wertvoller als eine großangelegte Studie mit einem Nullbefund ohne Ergebnis (schwache Wirkung). Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Medien tendenziell eine schwache Kurzzeitwirkung haben und zudem stark sozialisierend wirken.

Ein Indiz für eine schwache Medienwirkung ist das 1944 entwickelte Two-Step- Flow-Modell von Paul F. Lazarsfeld, Bernard Berelson und Hazel Gaudet („limited effects model“). In der sozial-, politik-, kommunikationswissenschaftlichen „People’s-Choice-Studie“ untersuchten sie die Entstehung individueller Wahlentscheidungen während der US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen 1940. Dabei berücksichtigten sie den Einfluss verschiedener medialer Quellen. Aus den daraus gewonnenen Ergebnissen entwickelten sie drei grundlegende Konzepte, die  noch immer in der Wissenschaft diskutiert werden. Sie kamen zu der Erkenntnis, dass sich das Publikum Medieninhalten nur selektiv zuwendet, Meinungsführer einen starken Einfluss auf andere haben und entwickelten das eben genannte Two-Step-Flow-Modell der Kommunikation.

Mit seiner Idee der selektiven Zuwendung egalisierte Lazarsfel das bis dahin geltende Paradigma der starken Medienwirkung. Selektive Zuwendung zu Medieninhalten bedeutet, dass politische Einstellung oder Meinungen zwei verschiedenen Grundlagen haben können. Sie können sowohl von den Medien gebildet werden als auch durch interpersonale Kommunikation. Passiert dies über die Massenmedien, so verläuft es in vier Stufen:

  1. Durch die Medien wird das Interesse für ein Thema geweckt.
  2. Es erfolgt eine erhöhte Zuwendung zu massenmedialen Inhalten.
  3. Das individuelle Interesse bestimmt dabei, wie viel Aufmerksamkeit den Medien geschenkt wird.
  4. Anschließend bildet sich die politische Wahlentscheidung.

(Taddicken „The People’s Choice. How the Voter Makes Up His Mind in a Presidential Campaign“, in Potthoff (2016): „Schlüsselwerke der Medienwirkungsforschung“, Wiesbaden – Seite 25 bis 35)

Daraus folgt, dass Medieninhalte von dem Zuschauer selektiv ausgewählt werden. Der Zuschauer rezipiert die Inhalte, die seinen eigenen Einstellungen entsprechen. Diese Einstellungen werden durch den „einseitigen“ Konsum weiter verstärkt. Auch wenn die Studie die politische Meinungsbildung untersuchte, so gilt ihre Annahme der „selective exposure“ für alle Arten der Mediennutzung.

„The fact that people select their exposure along the line of their political predispositions is only a special case of a more general law which pervades the whole field of commu-nication research.“ 

Lazarsfeld et al. (1944): „The People’s Choice“, New York – Seite 6

Das Konzept der Meinungsführer („opinion leaders“) ist heute nach wie vor aktuell. Meinungsführer üben mit ihren Ansichten einen Einfluss auf ihre sogenannten „follower“. Moderne Social-Media-Anwendungen funktionieren genau nach diesem Prinzip. Die Wissenschaftler der People’s-Choice-Studie haben dies anhand von Selbsteinschätzungsfragen herausgefunden. Sie fragten die Probanden: „Have you tried to convince anyone of your political ideas recently?“ und „Has anyone asked your advice on a political question recently?“. Wurden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, folgerten die Wissenschaftler, dass es sich hierbei um die Meinungsführer handeln muss. Diese Art der Selbsteinschätzung darf jedoch bezweifelt werden. Spätere Studien von Katz und Lazarsfeld validieren die Existenz der Meinungsführer jedoch auch anhand von Fremdeinschätzungen.

Meinungsführer können zu verschiedenen Themengebieten existieren. Sie charakterisieren sich dadurch, dass sie einem bestimmten Thema mehr Aufmerksamkeit zuwenden als andere und sich häufig zu diesem Thema äußern. Meinungsführerschaft ist also oft auf ein bestimmtestes Themengebiet beschränkt. Dazu zeigen die Meinungsführer größeres Interesse an Medieninhalten und lassen sich in jeder gesellschaftlichen Schicht finden. Zudem gibt es Meinungsführer, die sich nur mit lokalen Themen beschäftigen (locals), und andere, die sich mit nationalen oder internationalen Themen auseinandersetzen (cosmopolitans). Hinzu kommt, dass man auch die Existenz der Meinungsführer der Meinungsführer berücksichtigen muss. 

Aus dem Konzept der Meinungsführerschaft entwickelten die Autoren der Studie ihre Hypothese des Zwei-Stufen-Flusses der Kommunikation. Sie besagt, dass von den Massenmedien die Informationen zu den einflussreichen Meinungsführern gelangen. Die Meinungsführer filtern die Informationen und verbreiten diese durch interpersonale Kommunikation weiter. So gelangen die Informationen der Massenmedien an den weniger medial aktiven Teil der Bevölkerung. Die Studie bewies jedoch nicht direkt das Two-Step- Flow-Modell, sondern eher das Nichtvorhandensein eines einstufigen Kommunikations-flusses. Man kann aber nicht mehr davon ausgehen, dass die Massenmedien den Rezipienten nicht direkt erreichen. Das Gegenteil ist der Fall, deshalb geht man heute von einem mehrstufigen Informationsvermittlungsprozess aus.

Während Meinungsführer unabhängig von sozialen Schichten existieren, wiesen Phillip Tichenor, George Donohue und Clarice Olien ihre „Increasing-knowledge-gap“-Hypothese nach. Diese 1970 entwickelte Hypothese unterstellt den Medien eine nicht integrative Wirkung. Sie sagt aus, dass sich, wenn das Medienangebot und damit die Informationsdichte steigen, gebildetere Menschen schneller und stärker informieren können als bildungsfernere Schichten. Dies basiert zum einen auf den besseren kommunikativen Fertigkeiten und ihrem größeren Vorwissen. Gebildete Menschen haben laut der Studie eine stark selektiv ausgewählte Mediennutzung, die an den höheren sozialen Status geknüpft ist (damals zum Beispiel: Geld für ein Zeitungsabonnement).

Zwei Jahre später (1972) veröffentlichten Maxwell McCombs und Donald Shaw ihre empirische Studie „The Agenda-Setting Function of Mass Media“. Die Agenda-Setting- Theorie setzt eine starke Medienwirkung voraus. Im Gegensatz zu vielen anderen Studien stand nicht im Mittelpunkt der Betrachtung, wie die Medien das Verhalten der Menschen verändern, sondern inwieweit die Medien die Wichtigkeit eines einzelnen Themas (Agenda) beeinflussen. Man spricht hier von Agenda-Setting, was so viel wie die Festsetzung eines Themenschwerpunktes bedeutet. Die mediale Präsenz eines Themas definiert demzufolge seine Wichtigkeit für die Gesellschaft (Strukturierungsfunktion der Medien). Dies hängt damit zusammen, wie oft, wie umfangreich und wie das Thema allgemein dargestellt wird. Dadurch wirkt das Thema auf den Rezipienten. Seine Einstellung sowie die Einschätzung über das Thema verändern sich. Er übernimmt die Ansicht der Medien dazu, welche Themen aktuell wichtig sind. Damit wird der öffentliche Diskurs gelenkt. Seltener in den Medien behandelte Themen sind deutlich weniger verbreitet und damit auch fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit. So ist anzumerken, dass die beiden englischen Forscher Trenaman und McQuail zehn Jahre früher zu ähnlichen Ergebnissen kamen, ihre Arbeit jedoch keine Beachtung fand.

Das Agenda-Setting setzt die Themen. Das Framing bestimmt, wie die Rezipienten diese Themen wahrnehmen und deuten. Der Begriff des „Framings“ geht auf den kanadischen Soziologen Erving Goffman zurück. Framing ist ein sozio-kognitives Konzept, und als „Frames“ werden Interpretationsschemata bezeichnet. Es ist die Tendenz der Menschen, ihre Entscheidungen davon abhängig zu machen, wie eine Situation dargestellt ist. Darunter sind kognitive Rahmenstrukturen gemeint, die eine Verbindung von Medien und deren Inhalt zum Rezipienten bilden. Frames ordnen die wahrgenommene Realität, dies funktioniert zum Beispiel durch bestimmte Formulierungen. Durch ihre saliente Wirkung werden Probleme definiert, bewertet und mögliche Ursachen angegeben. Abschließend wirken die Frames und ihre eigene Moral für den Rezipienten richtungsweisend. So können verschiedene Ereignisse unterschiedlich interpretiert werde. Zum Beispiel konnte 2014 das russische Referendum auf der Krim als humanitäre, demokratische Aktion (russische Sicht) oder als aggressives, rechtswidriges Verhalten (westliche Sicht) beschrieben werden. Jede dieser Ansichten versucht, bestimmte Interpretation des Vorgangs als gültig zu beweisen. Das Framing bestimmt, welche Informationen relevant oder irrelevant sind, und so wird im Verlauf der Berichterstattung eine Handlungsentscheidung (hier politische Sichtweise zu einem bestimmten Sachverhalt) vorgegeben.

„Framing essentially involves selection and salienca. To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the item described.“ 

Entman (Dezember 1993): „Framing“, In Journal of Communication – Seite 52

Die Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich besonders mit den „Media Frames“, die durch die vorherrschenden journalistischen Normen entstehen. Es wird beim Framing von einer starken medialen Wirkung ausgegangen, die sich sowohl auf die öffentliche Meinung als auch auf individuelle Entscheidungen und Einstellungen auswirkt. Es kann zu einer Bildung von bestimmten Stereotypen kommen (z.B.: alle muslimischen Frauen tragen Kopftuch). Zusammenhänge zwischen zwei voneinander unabhängigen Aspekten können dauerhaft gebildet werden (z.B.: alle muslimischen Männer sind Terroristen). Der Rezipient kann seine Meinung langsam an den durch die Medien vorgegeben Frame anpassen oder seine neutrale Haltung zugunsten des Frames aufgeben. Menschen können sich durch ihre Alltagserfahrungen bestimmte Meinungen bilden und nur die Medien konsumieren, die den Erfahrungen entsprechen. Ihre persönliche Vorstellung der Realität wird so zunehmend von den Medien gelenkt.

2.3.1 Effekte

Es gibt mehrere indirekte oder direkte Effekte, welche man mit dem Thema der Fake News in Verbindung bringen kann. Einer dieser direkten Effekte ist der sogenannte Backfire-Effekt. Nachgewiesen wurde dieser von den amerikanischen Wissenschaftlern Brendan Nyhan und Jason Reifler. Er beschreibt eine kommunikationspsychologische Tendenz dazu, dass Kritik nicht angenommen wird, wenn sie stark und vehement geäußert wird. Je heftiger man argumentiert, desto mehr wird die Gegenseite in ihrer Überzeugung bestärkt.

Das geringe Vertrauen in die Medien bringt die Menschen dazu, sich nach alternativen Informationsquellen umzusehen. Wenn diese alternativen Quellen von Fake News beherrscht werden, wird der Rezipient laut des Backfire-Effekts anderen Quellen, die argumentieren, dass diese Alternativen alle lügen, keinen Glauben schenken. Die am wenigsten informierten Menschen tendieren dazu, ihrem eigenen Wissen sehr stark zu vertrauen. Mainstreammedien, die Fake News ständig zum Thema machen, können mit ihrer aufklärerischen Berichterstattung also genau das Gegenteil dessen bewirken, was sie eigentlich erzielen wollten. Falsche Vorstellungen können verstärkt werden. Bei einer objektiven Berichterstattung, welche mehrere Seiten einer Problematik betrachtet, werden die Rezipienten nur die Argumente beachten, welche ihrer Vorstellung der Realität entsprechen. Je sachlicher argumentiert wird, desto mehr verschließt sich die andere Partei vor einer Lösung.

„To understand why people should hold any factual beliefs at all and why these beliefs often will be systematically skewed in the direction of their preferences, we need only to consider three mental processes that social and cognitive psychologists have documentedas inherent in human thinking. The first is the drawing of social inferences, the second the strong drive toward belief and attitude consistency, and the third a tendency to become overconfident in one’s beliefs and judgments.“

Kuklinski et al. (August 2000): „Misinformation and the Currency of Democratic Citizenship“, In The Journal of Politics, Chicago – Seite 794

„False-Consensus Effect“ oder „False-Consensus Bias“ ist ein Effekt aus der Psychologie. Der Falsche-Konsensus-Effekt beschreibt die menschliche Tendenz dazu, davon auszugehen, dass alle anderen Menschen genauso und auf die gleiche Weise denken wie man selbst. Diese Annahme ist eine kognitive Verzerrung. Kognitive Verzerrungen sind Fehlurteile des Gehirns, so erscheint beispielsweise eine getroffene Auswahl besser, als sie eigentlich ist. Das menschliche Wesen geht davon aus, dass andere Menschen mit der eigenen Person einverstanden sind und sein eigenes Verhalten dem normalen Verhalten aller anderen entspricht.

Ein falscher Konsens kann in Verbindung mit pluralistischer Unwissenheit auftreten. Pluralistische Unwissenheit ist die Situation, in der die Mehrheit einer Gruppe eine Sache privat ablehnt, aber denkt, dass alle anderen sie akzeptieren. So wird ein Glauben an die Öffentlichkeit unterstützt, obwohl diese Haltung persönlich als falsch empfunden wird.

Ein weiterer Effekt, der sich in Verbindung mit Fake News durchaus negativ auf die Gesellschaft auswirken kann, ist der „Priming-Effekt“. Reize werden vom Gehirn aufgenommen, interpretiert und rufen bestimmte Reaktionen nach sich (Verarbeitung oder Kognition genannt). Unter „Priming“ versteht man die assoziative Wirkung von Reizen. Das Gehirn ist ein neuronales Netzwerk, bestimmte Reize ziehen bestimmte Reaktionen nach sich, die aufgrund früherer Erfahrungen und Erlebnisse aktiviert werden.

Priming funktioniert ähnlich wie der Straßenverkehr. Ein Reiz ist wie eine Kreuzung und der Prime ein Straßenschild, welches festlegt, in welche Richtung das Gehirn weiterdenkt. Gibt man beispielsweise den Begriff „Kind“ vor, so ergibt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Assoziation „Baby“ im Gehirn (semantisches Priming). Diese Assoziationsmuster lassen sich steuern. Die Steuerung des Gehirns verläuft unterbewusst auf das Verhalten und die Gefühle der Menschen.

Dieser Effekt greift auch bei Massenmedien. Bestimmte Verhaltens- oder Einstellungsänderungen werden durch die Kommunikationswissenschaft anhand des Medien-Primings erklärt. So werden zum Beispiel bestimmte politische Akteure von den Rezipienten so beurteilt, wie es ihnen die Medien vorgeben. Es werden die Themen aufgegriffen, welche in der Berichterstattung über die Akteure versendet werden. Unter Medien-Priming versteht man, dass nicht alle Informationen vom Gehirn verwendet werden, die allgemein verfügbar sind, sondern nur diese, die am einfachsten zugänglich sind (gerade gesehene zum Beispiel). Die Verfügbarkeit der Informationen wird von den Medien gelenkt, sie sind jedoch jederzeit im Internet überprüfbar. Entzieht sich jetzt der Rezipient traditioneller Medien und wendet sich Alternativen zu, so wird er laut des Effekts, deren Sichtweisen übernehmen. Kritisch wird genau dieser Prozess in Verbindung mit Fake News. Die Medien sind in der Lage, die Bewertung der Realität zu beeinflussen – einseitige, manipulative oder falsche Berichterstattung wird so zur Gefahr.

Eher wenig im Fokus der Öffentlichkeit steht ein möglicherweise krankhafter Einfluss von Fake News. Menschen, die sich ihr Realitätsverständnis auf Grundlage falscher manipulativer Medien aufbauen, könnten andere Medien als ein mögliches Feindbild betrachten, welches bekämpft werden muss. Auf der anderen Seite steht die Möglichkeit der psychologischen „digitalen Paranoia“, welche seit dem Bekanntwerden des NSA-Skandals und Edward Snowdens von Wissenschaftlern wie Dr. Jan Kalbitzer beschrieben wird. Vielleicht kommt es mit zunehmender Polarisierung und Normalisierung des Themas der Fake News zu einem neuen Krankheitsbild: „Fake Media Paranoia“ – die irrationale Angst davor, ständig von den Medien belogen zu werden. („Tabor-Syndrom“)


1 EINLEITUNG
1.1 Thematische Abgrenzung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Methodik und Aufbau

2 GRUNDLAGEN ZU FAKE NEWS
2.1 Status quo
2.1 Definitionen
2.3 Theorie
2.3.1 Effekte

3 UMFELD
3.1 Rechtsgrundlagen
3.2 Unternehmen
3.2.1 Traditionelle Medien
3.2.2 Social Media
3.2.3 Alternative Medien
3.3 Journalismus
3.3.1 Russia Today
3.3.2 Breitbart
3.4 Politik
3.4.1 Parteien
3.5 Lobbyismus
3.5.1 Public Relations
3.6 Konsumenten

4 EMPIRISCHE UMFRAGE
4.1 Forschungsdesign
4.2 Datenerhebung und Datenaufbereitung
4.3 Datenauswertung
4.4 Berichtlegung

5 AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE