Fake News – die zweite Wahrheit

3 UMFELD

Dieses Kapitel setzt sich mit dem Umfeld der Fake News auseinander. Hierbei wird zuerst das rechtliche Umfeld analysiert. Da dieses von Staat zu Staat unterschiedlich ist, wird hier auf das der Bundesrepublik Deutschland eingegangen. 

An zweiter Stelle wird das Umfeld dargestellt, in welchen sich Fake News bewegen. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die Nachrichten produzieren, und es wird zwischen traditionellen, sozialen und alternativen Medien unterschieden, da diese bei der Verbreitung von Fake News eine unterschiedliche Rolle spielen. Während über die Neuen Medien im Web 2.0 Fake News vor allem passiv verbreitet werden, das bedeutet ohne Zutun des Unternehmens selbst, stehen traditionelle Medien stärker als andere Medien unter dem Verdacht, Fake News zu verbreiten. 

Danach setzt sich dieses Kapitel mit den unterschiedlichen Akteuren auseinander, die mit Fake News in Verbindung stehen. Zuerst wird die Rolle des Journalismus betrachtet. Journalisten werden gemeinhin verantwortlich gemacht für die Verbreitung von Fake News, jedoch deckt sich das Berufsbild nicht mit diesem Vorwurf. Trotzdem stehen Journalisten unter permanenter Kritik. Zum Teil verantwortlich dafür sind Medien, die vorgeben, journalistisch zu arbeiten, aber bei näherer Betrachtung das journalistische Ideal weit verfehlen.

Lobbyismus hat das Ziel, das Interesse einer bestimmten Gruppe durchzusetzen. Als Gegenentwurf zum Journalismus, der das öffentliche Interesse vertreten soll, steht die Arbeit der Lobbyisten. Sie arbeiten zum Großteil verdeckt und versuchen, politischen Einfluss zu generieren. Nach außen wirken sie mit den Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit und werben für ihre Zwecke.

Anschließend setzt sich dieser Teil der Arbeit mit dem politischen Diskurs über Fake News in Deutschland auseinander. Es werden Positionen aller relevanten Parteien dazu berücksichtigt, wie man zukünftig mit dem Thema der Fake News umgehen soll. 

Am Ende des Kapitels steht der Empfänger der Fake News im Mittelpunkt. Der Konsument als einzelner Teil des Publikums und seine eigene, aber fast nie wahrgenommene Selbstverantwortung stehen dann im Fokus der Betrachtung.

3.1 Rechtsgrundlagen

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ 

Artikel 5 Absatz 1 Grundgesetz

Artikel 5 des Grundgesetzes schützt nicht nur die Meinungsfreiheit, sondern auch das Recht, Fragen zu stellen. Fragen sind ein Teil der Kommunikation, die zwar selbst keine Meinung ausdrücken, aber Dritte dazu auffordern, ihre persönliche Meinung zu äußern. Des Weiteren schützt Artikel 5 auch das Recht der negativen Meinungsfreiheit. Das bedeutet, das Recht, seine Meinung nicht zu äußern oder weiterzuverbreiten. Neben der Meinungsfreiheit schützt das Grundrecht die Pressefreiheit (das Erzeugen von Presseprodukten). Unter Presse werden Druckerzeugnisse verstanden, die an einen unbestimmten Adressatenkreis gerichtet sind. Dies gilt nicht nur für bedrucktes Papier, sondern immer dann, wenn ein Trägermedium vorliegt – also eine Verkörperung der Information (CD und DVD). Werden Publikationen im Internet veröffentlicht, unterliegen diese nicht der Pressefreiheit, sondern sie fallen in den Schutzbereich der Rundfunkfreiheit. Rundfunk ist die elektromagnetische oder elektronische Übertragung von Informationen. Presse- und Rundfunkfreiheit sind komplementäre Grundrechte. (Epping (2017): „Grundrechte“, Berlin. Seite 103–118.)

Fake News sind nach deutschem Recht kein juristischer Begriff. Er steht jedoch für Unwahrheiten aller Art, welche einzeln bewertet werden müssen. Eine einzelne Nachricht kann verschiedene Gesetze tangieren, und daraus können sich unterschiedliche Ansprüche oder Gesetzesverstöße ergeben. 

Allen voran muss die Unterscheidung zwischen einer Meinungsäußerung und einer unwahren Tatsachenbehauptung stehen. Hierbei gilt die Regel, dass alles, was man nachweisen kann, eine Tatsachenbehauptung ist. Diese kann entweder wahr oder falsch sein. Eine Meinungsäußerung wie die, dass Angela Merkel für den Tod der Anschlagsopfer in Berlin mitverantwortlich sei, ist durch Artikel 5 des Grundgesetzes (Meinungsfreiheit) geschützt. Diese Art der Äußerung kann nicht als wahr oder falsch bewertet werden, und sofern sie keine Rechte von Dritten verletzt, kann man rechtlich nicht dagegen vorgehen. 

Fake News sind in der Regel unwahre Tatsachenbehauptungen. Natürliche Personen (Menschen), die hierbei deformiert werden, aber auch juristische Personen (Vereine, Unternehmen etc.), können dagegen rechtliche Schritte einleiten. Ein Beispiel hierfür ist die Politikerin Renate Künast. Im Dezember 2016 wurde eine Falschnachricht auf Facebook verbreitet. Es handelte sich dabei um ein Foto und ein angeblich von ihr stammendes Zitat („Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen“); als Quelle für das Zitat wurde auf die Süddeutsche Zeitung verwiesen. Der Post stand im Zusammenhang mit einem Mord an einer Freiburger Studentin und der Verhaftung eines Mannes mit Migrationshintergrund. Eine Mitarbeiterin der Grünen-Politikerin entdeckte den Post auf der rechtsnationalen Facebook-Seite „Widerstand deutscher Patrioten“. Schnell verbreitete sich die irreführende Falschnachricht im Netz. Renate Künast handelte umgehend und stellte Strafanzeige gegen die Macher der Seite sowie gegen Unbekannt. Erst nach drei Tagen wurde der Post von Facebook gelöscht. Dafür entschuldigte sich Facebook bei der Bundestagsabgeordneten.

Angesichts der Falschmeldung wehrte sich Frau Künast gegen diese unwahre Tatsachenbehauptung auf zivilrechtlicher Ebene. Sie hat ein Anrecht auf die Löschung sowie auf Unterlassungs- und Schadenersatzansprüche. Diese Ansprüche gelten auch gegen alle, die die Falschnachricht in sozialen Netzwerken weiterverbreitet (teilen) oder durch einen Kommentar unterstützt haben.

Fake News können darauf abzielen, Person oder Institutionen in Misskredit zu bringen. Diese Fake News erfüllen meist den Straftatbestand der Beleidigung (§ 185 StGB), der üblen Nachrede (§ 186 StGB) oder der Verleumdung (§ 187 StGB oder § 188 StGB). Unter den Tatbestand der Beleidigung versteht man die vorsätzliche Missachtung oder Nichtachtung der Ehre eines anderen. Üble Nachrede ist die Verbreitung einer unbewiesenen Tatsache, welche darauf abzielt, eine andere Person in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Dabei muss der Täter selbst nicht wissen, ob seine Behauptung unwahr ist. Weiß er dies jedoch, handelt es sich um Verleumdungen. Dies liegt immer dann vor, wenn die Äußerung auf einer nachweislich unwahren Tatsache beruht. Hier droht sogar eine mehrjährige Haftstrafe.

Eine schwerwiegendere Straftat, welche in Verbindung mit Fake News auftreten kann, ist die sogenannte Volksverhetzung (§ 130 StGB). Zielt die Verbreitung falscher Nachrichten darauf ab, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe herabzuwürdigen oder gegen diese aufzustacheln, liegt juristisch gesehen Volksverhetzung vor. Diese Straftat wird mit mehreren Jahren Haft geahndet. 

Gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien lässt sich andererseits nur schwer vorgehen. Die aufgestellten Behauptungen sind meist abwegig oder schwer nachvollziehbar – dies macht sie aber nicht illegal. Erst wenn die Verschwörungstheorien konkrete Personen oder Unternehmen betreffen, können diese im Rahmen der herrschenden Gesetzeslage dagegen vorgehen. Besonders weltweit agierende Unternehmen stehen oft in der Kritik; Großkonzerne sehen sich regelmäßig mit Falschbehauptungen konfrontiert, die nachweislich unwahr sind. Diese Art von Nachrichten soll ein Unternehmen wirtschaftlich schwächen. In solchen Fällen greift das Wettbewerbsrecht, und die Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre Konkurrenten abzumahnen und können eine Unterlassung fordern.

Viel verbreiteter sind „Fake News“ mit einem politischen Zweck. Hierbei geht es um Stimmungsmache gegen politische Gegner. Darunter sind zum Beispiel die unzähligen Falschbehauptungen über Asylbewerber (tatsächliche Anzahl der Asylbewerber, deren monetäre Versorgung, angeblich begangene Gesetzesverstöße oder der allgemeine Wirtschaftsflüchtling- und Terrorismusvorwurf) zu verstehen. Wenn eine Falschmeldung in die Persönlichkeitsrechte konkreter Personen eingriff, fehlte bis zum 30. Juni 2017 eine rechtliche Grundlage, um dagegen vorgehen zu können. Diese Art von „Fake News“ in sozialen Netzwerken wurde durch die Gesetzesinitiative „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) neu geregelt. Das Gesetz trat zum 1. Oktober 2017 in Kraft. Es soll die Löschung von rechtswidrigen Inhalten (§§ 86, 86a, 89a, 91, 100a, 111, 126, 129 bis 129b, 130, 131, 140, 166, 184b in Verbindung mit 184d, 185 bis 187, 201a, 241 oder 269 des Strafgesetzbuchs) im Internet regeln. Der Deutsche Bundestag begründet das neue Gesetz wie folgt:

„Die Debattenkultur im Netz sei oft aggressiv, verletzend und nicht selten hasserfüllt. Hasskriminalität und andere strafbare Inhalte, die nicht effektiv bekämpft und verfolgt werden könnten, bärgen eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben einer freien, offenen und demokratischen Gesellschaft. Nach den Erfahrungen im US-Wahlkampf habe überdies auch in der Bundesrepublik Deutschland die Bekämpfung von strafbaren Falschnachrichten („Fake News“) in sozialen Netzwerken hohe Priorität gewonnen.“ 

Deutscher Bundestag (2017): „Drucksache 18/13013“, Berlin 

Schon vor dem NetzDG war in § 10 Telemediengesetz (TMG) geregelt, unter welchen Voraussetzungen Anbieter wie Twitter, YouTube und Facebook für die Postings ihrer Nutzer zur Rechenschaft gezogen werden können. Aus dem § 10 TMG ergibt sich eine Löschpflicht, die immer dann besteht, wenn der Betreiber Kenntnis von einer Rechtsverletzung hat, zum Beispiel durch die Meldung eines anderen Nutzers. Die Verpflichtung wurde jedoch von der Seite der einzelnen Unternehmen unterschiedlich stark wahrgenommen. Ein von Januar bis Februar 2017 durchgeführtes Monitoring des Justiz-ministeriums hat ergeben, dass die einzelnen sozialen Netzwerke ihren Pflichten unterschiedlich stark nachkommen. YouTube löscht 90 % der strafbaren Inhalte. Facebook und Twitter löschen dagegen nur 39 % beziehungsweise 1 %.

Hierbei spielt auch die rechtliche Grauzone des Internets eine Rolle, sodass sich die Firmen auf US-amerikanische Standards berufen, wo sich ihr Hauptsitz befindet. Das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz sieht Informationspflichten für soziale Netzwerke vor. Zudem nimmt das Gesetz die Internetdienstanbieter in die Pflicht, strafrechtlich relevante Inhalte selbst zu erkennen und zu bekämpfen (löschen oder sperren). 

Die Gesetzesinitiative NetzDG ist vor ihrer Verabschiedung sehr in die Kritik geraten. In einer gemeinsamen „Deklaration für die Meinungsfreiheit“ erklärten unter anderem der Verband der Internetwirtschaft, der Deutsche Journalisten-Verband, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter und der Chaos Computer Club sowie viele weitere, dass „der Gesetzentwurf nicht dem Anspruch genügt, die Meinungsfreiheit adäquat zu wahren. Im Gegenteil, er stellt die Grundsätze der Meinungsfreiheit infrage.“

3.2 Unternehmen 

Alle Unternehmen verbreiten Informationen über sich. Die meisten werden sich davor hüten, Unwahrheiten zu verbreiten, weil sie ernst zu nehmende rechtliche Konsequenzen wegen Wettbewerbsverstößen fürchten müssten. So ist es verboten, falsche Aussagen über ein Produkt zu verbreiten oder irreführende Angaben zu machen. Aktienunternehmen müssen relevante Informationen ihren Aktionären zur Verfügung stellen, andernfalls haben diese bei negativen Kursentwicklungen einen Rechtsanspruch auf Schadensersatz oder Kursausgleichszahlungen.

Nur der Teil des wirtschaftlichen Sektors lebt davon, Informationen oder Nachrichten zu produzieren und steht somit im Mittelpunkt der Fake News. Dieser Teil ist gemeinläufig als Medien bekannt und wird an dieser Stelle näher betrachtet. Dabei wird unterschieden zwischen traditionellen und alternativen Medien, welche aktiv Nachrichten verbreiten, und soziale Medien, die nur als Plattform dienen.

3.2.1 Traditionelle Medien

Traditionelle Medien sind Massenmedien, und unter Massenmedien versteht man alle Kommunikationsmittel, die dazu dienen, Informationen so weit wie möglich zu verbreiten. Dadurch konstruieren Massenmedien ihre eigene Realität. Massenmedien erfüllen im Ideal bestimmte Funktionen: Jegliche Art von Informationen wird über sie vermittelt (von Nachrichten bis Werbung), sie betrachten und hinterfragen das aktuelle Geschehen, bieten in Diskussionen Platz für freie Meinungsäußerungen. Über sie wird Kritik an Missständen und Problemen in der Gesellschaft geäußert (Frühwarnfunktion). Sie sind ein Teil der Wertschöpfungskette und stellen Arbeitsplätze zur Verfügung. Daneben erfüllen sie kulturelle und soziale Funktionen – Bildung, Kultur und Unterhaltung werden über sie verbreitet, dadurch tragen sie zur Integration in die Gesellschaft bei.

Traditionelle Medien „publizieren“. Das bedeutet, dass sie einem möglichst breiten Publikum Informationen von gewisser Relevanz – von gesellschaftlicher bis unterhaltender – zur Verfügung stellen. Dies geschieht auf unterschiedlichen Wegen: gedruckt auf Papier, übertragen durch Radiowellen, von Satelliten aus dem Äther gesendet oder durch Glasfaserkabel mittels Internet in die ganze Welt verbreitet. Nur noch wenige traditionelle Medien entscheiden sich dabei für nur eine der Publikationen. Die meisten Medien arbeiten heute crossmedial, sie kommunizieren also über mehrere inhaltliche, gestalterische und redaktionelle Kanäle mit dem Rezipienten.

Als traditionelle Medien werden vor allem Medien- und Verlagshäuser genannt, die schon länger auf den Markt existieren und somit eine gewisse Tradition haben. Man unterteilt diese Medien wiederum weiter in Rundfunk und Presse. Zum Rundfunk gehören das Fernsehen (TV) und der Hörfunk (Radio). In Deutschland hat sich ein duales Rundfunksystem etabliert, ein System aus öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk. Als privaten Rundfunk bezeichnet man dabei alle kommerziellen Sender, aber auch die nicht gewinnorientierten lokalen Sendeanstalten („Freies Radio“ und „Offener Kanal“).

Zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen gehören das Erste Deutsche Fernsehen (ARD), das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) sowie alle dritten Programme (MDR, NDR, WDR, RBB, BR, HR und SWR). Der öffentlich-rechtliche Rundfunk unterliegt einem öffentlichen Auftrag, welcher gesetzlich im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben ist. Er muss in seinem Programm etwas für alle Zuschauer und deren unterschiedliche Zielgruppen senden. Dabei ist für jedes Bundesland eine eigene Rundfunkanstalt zuständig. Diese Anstalten können jedoch auch untereinander kooperieren, wie beispielsweise die Mehrländeranstalt des MDR (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). (42 von La Roche (2013): „Einführung in den praktischen Journalismus“, Wiesbaden. Seite 29.)

Vor allem die öffentlich-rechtlichen Medien sind darum bemüht, Fake News mit guter journalistischer Arbeit entgegenzutreten. Sie klären auf und bieten eigene Anleitungen oder auch Dienste an, die jeden dazu anhalten, sich mit allen Informationen kritisch  auseinanderzusetzen. Seit Anfang April 2017 hat die Tagesschau offiziell eine eigene Anti-Fake-News-Redaktion. Diese hat es sich das Ziel gesetzt, frühzeitig falsche Nachrichten im Netz aufzuspüren und ihren Zuschauern transparent zu erklären, was wirklich dahintersteckt. Unter der Webside „faktenfinder.tagesschau.de“ sind allerhand nützliche Tipps dazu zu finden, was Fake News sind und wie man sie erkennt.

Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat sich der private Rundfunk etabliert. Hier gibt es in Deutschland zwei große Senderfamilien (RTL Group und ProSiebenSat.1 Media AG). Der private Rundfunk unterliegt einer kartellrechtlichen Zuschauer-anteilsgrenze. Das bedeutet, dass keine Senderfamilie einen Zuschaueranteil über 30 % haben darf. Somit soll verhindert werden, dass eine Art Meinungsmonopol entsteht. Die Sender sollen nicht dazu in der Lage sein, ihre „Suggestivkraft“ zu missbrauchen. (Durch die Kombination von Bild und Ton kam das Bundesverfassungsgericht zu der Einschätzung, dass das Fernsehen einen authentischen und glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Dadurch erzielt es eine unterschwellige Wirkung.) Der Verbraucher soll deshalb vor einer Meinungsmacht geschützt werden.

Die zweite Art der elektronischen Massenmedien ist das Radio, auch Hörfunk genannt. Das Radio ist das Medium des gesprochenen Wortes, welche ergänzt werden durch akustische Eindrücke. Es ist ein linearer Kommunikationsdienst auf Grundlage elektromagnetischer Schwingungen. Mit einem entsprechenden Empfänger- gerät hat jeder die Möglichkeit, es live zu hören. Dies hängt jedoch davon ab, ob der Radiosender im jeweiligen geografischen Raum auch sendet; man spricht hier von Verbreitungsgebieten (lokal, regional, überregional und bundesweit), welche früher mit der technischen Reichweite der Radiofrequenzen zusammenhingen. Heute sind so gut wie alle Radioprogramme online verfügbar (digital). Der Rundfunkstaatsvertrag unterscheidet das Radio in drei unterschiedliche Programmkategorien:

  • „Vollprogramm ein Rundfunkprogramm mit vielfältigen Inhalten, in welchem Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung einen wesentlichen Teil des Gesamt-programms bilden, 
  • Spartenprogramm ein Rundfunkprogramm mit im Wesentlichen gleichartigen Inhalten, 
  • Regionalfensterprogramm ein zeitlich und räumlich begrenztes Rundfunkprogramm mit im Wesentlichen regionalen Inhalten im Rahmen eines Hauptprogramms“ 

§ 2 Rundfunkstaatsvertrag (RStV), Absatz 3, 4 und 6

Des Weiteren lässt sich der Rundfunk nach der Art der Finanzierung unterscheiden. Öffentlichrechtlich organisierte Rundfunkanstalten werden durch Gebühren, den Rundfunk-beitrag, finanziert. Mit Ausnahme des Deutschlandradios dürfen die Anstalten aber auch zusätzliche Werbeerlöse generieren. Hierfür gibt es spezielle Regulierungen dazu, zu welchen Zeiten Werbung gesendet werden darf. Diese Regeln sind in den einzelnen Bundesländern von den Landesrundfunkanstalten unterschiedlich festgelegt. Das einzige öffentlich-rechtliche Radioprogramm, welches durch Steuermittel finanziert wird, ist der Auslandsrundfunk „Deutsche Welle“. (44 von La Roche (2013): „Radio-Journalismus“, Wiesbaden. Seite 375–376.)

Der kommerzielle Hörfunk finanziert sich ausschließlich über Werbeeinnahmen und ist gewinnbringend orientiert. Demgegenüber steht der nicht kommerzielle Hörfunk. Dazu zählen die Offenen Kanäle und der Bürgerfunk. Durch ihre Angebote soll es jedem ermöglicht werden, die eigene Meinung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Der nicht kommerzielle Hörfunk wird größtenteils durch die Landesmedienanstalten und Spenden sowie Mitgliedsbeiträge finanziert. 

Zu den traditionellen Medien zählt man außerdem alle Arten von „Presse“. Unter diesen Sammelbegriff sind alle Formen der Publizistik (Zeitungs-, Zeitschriften-, Unterhaltungs- und Fachpresse) zu zählen. Die deutsche Presse ist überwiegend gewinnorientiert organisiert. Ausnahmen bilden einzelne Verbands-, Konfessions- sowie Parteimedien, die in ihrer Bedeutung jedoch eher als gering einzustufen sind. So unterliegt die deutsche Presse der Macht der marktwirtschaftlichen Ordnung. Sie ist abhängig von der Konjunktur bei Werbeanzeigen und der Bildung der Fixkosten. Insgesamt nimmt die Anzahl der unabhängigen Vollredaktionen immer weiter ab. So findet man heute überall in Deutschland Informationsmonopole in der lokalen und regionalen Berichterstattung. (45 Beck (2012): “Das Mediensystem Deutschlands“, Wiesbaden. Seite 154.)

Es gibt eine Vielzahl von Presseprodukten. So unterscheidet man nach Erscheinungsdatum. Als Tageszeitungen gelten alle Zeitungen:

„Die mindestens zweimal pro Woche erscheinen und aktuell ohne thematische Begrenzung (Universalität) berichten.“

von La Roche (2013): „Einführung in den praktischen Journalismus“, Wiesbaden, Seite 26

Die herkömmliche Tageszeitung stirbt langsam aus. Die Auflagen sinken kontinuierlich, sie werden vor allem von jüngeren Menschen immer seltener gelesen. Dies ist nicht nur auf das fehlende Vertrauen in die Medien zurückzuführen. Vereinfacht kann man sagen, dass Zeitungen heute nicht mehr „in“ sind und eher von der älteren Generation gekauft werden. 

Dennoch haben die Zeitungen nach wie vor eine große Bedeutung. Sie versuchen aktiv, dem Thema Fake News entgegenzutreten. Auch einige der deutschen Leitmedien, wie die Wochenzeitung DIE ZEIT („Fakt oder Fake“) oder das Monatsmagazin DER SPIEGEL („faktenchek“) haben eigene Rubriken geschaffen, die den Leser über Falschmeldungen aufklären sollen. Weitere deutsche Leitmedien der gedruckten Presse sind die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Fake News finden ohne Zweifel auch in den traditionellen Qualitätsmedien statt. Sie sind ein Teil der westlichen Propaganda. Bewusst oder unbewusst vertrauen sie auf Informationen aus internen, ranghohen Regierungskreisen. Oft fehlen die Zeit und die benötigten Quellen, um diese Informationen zu prüfen oder zu widerlegen. Besonders gut belegen lässt sich dies an den Rechtfertigungen US-militärischer Einsätze. Nicht erst seit der Falschaussage von Colin Powell über irakische Massenvernichtungswaffen vor dem Weltsicherheitsrat geschieht dies. Schon 1961 wies der amerikanische Investigativjournalist I. F. Stone innerhalb kurzer Zeit nach dem Beginn des Vietnamkriegs die Falschaussagen der US-Regierung nach – allein anhand von Regierungsdokumenten und Mitschriften.

Neben dem Vertrauensverlust, welcher alle Massenmedien betrifft, haben alle traditionellen Medien mit der Verbreitung des Internets und der Kultur der kostenlosen Nachrichten zu kämpfen. Hinzu kommt eine zunehmende Medienkonzentration in Deutschland. Vielen Verlagshäusern laufen die Zuschauer, Hörer und Leser davon. Die Konsumenten haben das Medium gewechselt. Sie lesen nicht mehr auf Papier, sondern lieber an ihren Computern, Tablets oder Smartphones. Die Zuschauer sehen lieber Sendungen auf YouTube oder Netflix online und bevorzugen Podcast sowie das Digitalradio ihrer Wahl. Werbung im Internet ist viel günstiger als Werbung in einer Tageszeitung oder im Fernsehen. Die meisten der Medien haben diesen Trend verschlafen. Sie fördern ihre eigene Konkurrenz (man beachte die Vielzahl von Werbung für Onlineangeboten im TV), haben ihr Geschäftsmodell nicht weiterentwickelt und sehen schwierige Zeiten auf sich zukommen.

In der heutigen schnelllebigen Zeit waren andere Medien vor ihnen im Internet zu lesen, zu hören oder zu sehen. Sie konnten somit über einen längeren Zeitraum ihre Stellung auf dem neuen Markt festigen. Die Anzahl der Internetnutzer ist in den letzten Jahren stetig gestiegen (siehe Abbildung 1). Des Weiteren ist das Internet vielleicht schon selbst, fast 20 Jahre nach seiner Erfindung, ein traditionelles Medium.

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Heute kämpfen unzählige verschiedene Informationsquellen im Web um die Gunst der User, sodass sich jede neue Quelle von anderen absetzen muss. Dies geschieht zum Beispiel durch besonders reißerische Artikel mit verlockenden Schlagzeilen. Man spricht hier von Infotainment (Mischung aus „Information“ und „Entertainment“) oder der Personalisierung der Nachrichten (Ausrichtung auf den Moderator der Sendung). Dies betrifft allen Medien. Immer mehr „weiche“ Themen (Soft News), wie Meldungen über Prominente oder Neuigkeiten aus dem Internet, sollen den Zuschauer emotionalisieren. Der Trend geht zu einer fortlaufenden Skandalisierung. Dazu kommt, dass die Qualität der Medienberichterstattung immer mehr abnimmt. Doch eine Diskussion über die Qualität der Medien gab es schon immer. Einseitig, oberflächlich, unprofessionell und realitätsfern zu sein sind nur Beispiele für das, was den Massenmedien schon seit vielen Jahren vorgeworfen wird.

3.2.2 Social Media

Soziale Medien haben einen neuartigen Raum zwischen den herkömmlichen Massenmedien und der interpersonellen Kommunikation erschaffen. Sie sind Netzwerkplattformen oder auch Online-Communities. Auf diesen Online-Plattformen können sich Nutzer meist unentgeltlich registrieren. Hierfür müssen sie nur wenige Angaben zu ihrer Person machen. Aus Nutzersicht besteht die Idee von sozialen Netzwerken darin, sich mit Freunden, Bekannten und anderen Menschen zu verbinden. Dadurch entsteht ein eigenes soziales Netzwerk („Facebookfreunde“) oder eine Teilöffentlichkeit (vernetztes Publikum). Diese Verbindung nutzen die nicht kommerziellen User, um Informationen, Erfahrungen oder individuelle Meinungen rein persönlicher Relevanz zu teilen. Jeglicher Art von Content kann geteilt werden, egal ob selbst erstellt oder von Dritten. Dieser Content wird nun von den Kommunikationspartnern (Community) gesehen. Wenn sie darauf reagieren, kann dies wiederum von anderen gesehen werden, die nicht mit dem ursprünglichen User verbunden sind. Hierbei gibt es jedoch Einschränkungen, welche der Nutzer individuell selbst festlegen kann. Ein weiteres Merkmal sozialer Netzwerke ist der Wegfall räumlicher Distanz und damit auch eine Änderung des Kommunikationstons oder sozialer Umgangsformen mit Fremden.

Ähnlich wie Informationen in sozialen Netzwerken haben sich diese Netzwerke selbst verbreitet. In einem Schneeballsystem registrierten sich immer mehr Menschen und luden ihre Freunde in ihren neuen Online-Bekanntenkreis ein. Dies führte zu einem rasanten, fast exponentiellen Wachstum aus Bekanntschaften dritten und vierten Grades mit einer enormen Gesamtgröße, sodass heute jeder dritte Mensch auf diesem Planeten Teil eines sozialen Netzwerkes ist. (48 Ebersbach et al. (2008): „Social Web“, Konstanz. Seite 78–85.)

Die Welt rückt durch das Internet scheinbar immer enger zusammen. Schon 1967 entwickelte der Sozialpsychologe Stanley Milgram seine Idee des „Kleine-Welt-Phänomens“ (englisch: small-world experiment). Seine Hypothese war, dass jeder Mensch mit jedem anderen Menschen indirekt verbunden ist. Diese Verbindung besteht allein aus einer kurzen Kette von durchschnittlich sechs Personen (Freunde von Freunden, Bekannte, Verwandte). (49 Milgram (Mai 1967): „The Small World Problem“, Psychology Today. Seite 60–67. )

Weitere Wissenschaftler untersuchten das Phänomen. Die Mathematiker Duncan Watts und Steven Strogatz von der Columbia University entwickelten 1998 eine Graphentheorie und verbanden sechs Milliarden Punkte (Menschen) mittels einer Computersimulation. Sie fanden heraus, wie ein Netzwerk strukturiert sein muss, um die gesamte Menschheit über sechs Schritte zu verbinden. Der ungarische Physiker Albert-László Barabási erforschte, dass hierbei besonders Knotenpunkte eine Rolle spielen. Das kleine Welt Phänomen findet heute in verschiedensten Formen seine Anwendung – egal ob in der Digitalisierung, bei der Terrorbekämpfung oder in der Medizin. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass das Kleine-Welt-Phänomen auch für soziale Online-Netzwerke gilt, auch wenn hier die Verbindung womöglich aus weniger als sechs Personen besteht, worauf eine Analyse aus dem Jahr 2011 hinweist.

Die Kommunikation über digitale Medien zeichnet sich dadurch aus, dass sie persistent ist, also dauerhaft abgespeichert. Hier gilt der Grundsatz: „Was einmal im Internet steht, das bleibt im Internet.“ Selbst wenn die Nutzer sozialer Medien ihre Einträge löschen, bleiben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit noch beim Betreiber der Seite gespeichert. Zudem kann der eingestellte digitale Content leicht von Dritten kopiert und dupliziert werden. Ein weiteres Merkmal ist die Skalierbarkeit. Die Reichweite von Informationen im Internet ist potenziell unbegrenzt. Die Information kann jederzeit wiedergefunden werden.

„Auch wenn soziale Medien den Journalismus nicht ersetzen werden, haben sie dennoch spürbare Auswirkungen darauf, wie Medienöffentlichkeit entsteht. Sie beschleunigen den Informationsfluss und erlauben es ihren Nutzern, sich ein eigenes Set von Informationsquellen zusammenzustellen. Journalistische Inhalte sind in den sozialen Medien auch zu finden, stehen dort aber neben dem Meinungsaustausch und den Kommentaren der vielen Nutzer, die sich nicht als Journalisten verstehen.“ 

Schmidt (2013): „Social Media“, Wiesbaden – Seite 42

Die Annahme, dass Fake News sozialen Medien grundsätzlich schaden, ist falsch, denn bislang verdienen sie damit viel Geld. Verbreitet sich eine Fake News in den sozialen Netzwerken, so wächst gleichzeitig die Nutzeraktivität. Die Nachricht wird geteilt, kommentiert, oder es werden eigene Post zum Thema veröffentlicht. Dadurch werden wieder neue Nutzer auf dieses Thema aufmerksam, und so kommt es zu einer rapiden Steigerung der gesamten Interaktion im Netzwerk. Als sich die Falschnachricht verbreitete, dass der ehemalige US-Präsident Barack Obama den morgendlichen Fahnenschwur an Schulen verbieten wolle, führte dies zu über zwei Millionen dieser Interaktionen auf Facebook.

Facebook verdient sein Geld wie alle anderen sozialen Medien durch Werbung. Je mehr Nutzer das Netzwerk hat, umso attraktiver ist es für Werbekunden. Im Internet ist die Anzahl der Nutzer aber nicht von entscheidender Bedeutung. Es muss auch berücksichtigt werden, wie aktiv diese Nutzer sind, wie sie sich verhalten und wie lange das Netzwerk sie auf der eigenen Seite halten kann. Im Internet ist heute Zeit der entscheidende Faktor. Je mehr Zeit eine Person mit einer bestimmten Anwendung verbringt und je öfter sie dies wiederholt, desto finanziell wertvoller ist diese Anwendung. Für soziale Medien bedeutet dies, dass die Nutzer mehr Werbung sehen, wenn sie mehr Zeit auf einer Seite verbringen. Welche Art Content sich die Nutzer dabei ansehen, spielt für die sozialen Medien keine vorrangige Bedeutung. Sie wollen, dass der Nutzer alle Informationen in dem sozialen Netzwerk findet. Hauptsache ist, dass er die Seite nicht verlässt.

3.2.3 Alternative Medien

Neben den traditionellen und den sozialen Medien existieren die „alternativen Medien“. Als alternative Medien können alle Medien beschrieben werden, die unabhängig sind, in der breiten Öffentlichkeit kein hohes Interesse finden oder aufgrund ihrer Inhalte (abweichende Meinung) von anderen Medien allgemein kritisiert und abgelehnt werden. Dazu zählen einzelne freie Blogger, kleinere politisch/religiöse Printmedien oder größere professionelle Nachrichtenportale im Internet. Allerdings können auch solche Internetseiten als alternative Medien beschrieben werden, die vorgeben journalistisch zu arbeiten und durch reißerisch einseitige Texte ausschließlich Geld mit Werbung verdienen wollen. Viele dieser Seiten sind im Ausland registriert. Andere sehen sich als die eigentlichen Verbreiter der Wahrheit. Sie sind die, die ihrer Meinung nach den echten Journalismus vertreten. So nehmen sie sich selbst als Instrumente wahr, die all das aufdecken, was der kommerzielle Journalismus verschweigt.

Die Bedeutung sowie der Einfluss von alternativen Medien sind jedoch nicht zu verifizieren, da sie entweder unbekannt sind oder respektiv von den Rezipienten selektiv ausgesucht werden. Besonders alternative Medien stehen im Verdacht, Fake News zu publizieren; dies trifft aber nur zum Teil zu, wie nachfolgende Beispiele zeigen werden:

derblindefleck.de“ ist die Internetseite der Initiative Nachrichtenaufklärung e.V. (INA). Sie beschreibt sich selbst als eine „medienkritische Nicht-Regierungsorganisation“ und hat das Ziel, die Öffentlichkeit auf relevante Themen aufmerksam zu machen, welche in den Massenmedien keine Aufmerksamkeit bekommen. Der Verein präsentiert aus diesem Grund jährlich eine Liste der „Top Ten der vernachlässigten Nachrichten“.

NachDenkSeiten“, herausgegeben von Albrecht Müller (Publizist und ehemaliger Bundestagsabgeordneter [SPD]). Hinter der Website steht die „Initiative zur Verbesserung der Qualität politischer Meinungsbildung e.V.“ Diese verfolgt das Ziel, „[e]twas gegen die Einseitigkeit und Flachheit der öffentlichen Debatte tun zu wollen“. Außerdem wollen die Betreiber der Seite öffentliche Meinungskampagnen und Manipulationen aufdecken sowie die politische Willensbildung kritisch begleiten. 

LobbyControl“ der „Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.“ hat es sich zu Aufgabe gemacht, aufklärerisch über das Thema Lobbyismus zu berichten. Gleichzeitig verfolgt die Initiative auch politische Ziele (zum Beispiel die Offenlegung der Nebentätigkeiten von Abgeordneten). So setzt sich LobbyControl für eine stärkere gesetzliche Begrenzung von Lobbyismus ein und will dadurch mehr Transparenz in der Sache herstellen.

KenFM“ beschreibt sich als „freies Presseportal“ und als „medialer Mülltrenner“. Das Portal versucht, Politik zu erklären, und wird selbst dabei politisch. KenFM bietet einer Vielzahl von Gastautoren eine Plattform und gibt ihnen viel Raum, sich entgegen der „eindimensionalen Debattenkultur“ zu äußern. Betreiber der Platform ist der umstrittene freie Journalist Ken Jebsen. Eines seiner Grundprinzipien ist „Transparenz“. Er sagt, dass er alle seine Quellen offenlegt.

alpenparlament.tvist eine Internetseite des Schweizer Vereins „Alpenparlament“. In dem Verein versammelt sich eine Gruppe von „Freidenkern“, welche frei „von jeder konfessionellen, politischen und gesellschaftlichen Bindung“ sind. Sie versuchen ihren Lesern und Zuschauern „neue und geniale Wege, in vielen Lebensbereichen“ aufzuzeigen. Zu ihren Themen gehören Körperenergie-Behandlung, der Syrienkonflikt, die Rotschildfamilie und Kornkreise.

COMPACT– auf ihrer Website und im Magazin kann man „lesen, was andere nicht schreiben dürfen… COMPACT das scharfe Schwert gegen die Propaganda des Imperiums“. Das COMPACT-Magazin gilt als das politische Sprachrohr der deutschen rechtsnationalen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) und bedient sich der mit ihr verbundenen Rhetorik und Thematik.

3.3 Journalismus

Die im Grundgesetz verankerten Rechte der Informationsfreiheit, Medienfreiheit und das Verbot der Zensur geben dem deutschen Journalismus einen großen rechtlichen Spielraum. Eine Demokratie, die die freie Meinungsäußerung und freie Presse nicht zulässt, ist keine Demokratie. Deshalb ist dieses Grundrecht nicht beschränkt und kann von jeder Person in Deutschland wahrgenommen werden. Zudem ist der Beruf des Journalisten nicht geschützt und kann theoretisch von allen auch ohne spezifische Ausbildung ausgeführt werden. 

Der Deutsche Journalisten-Verband beschreibt das Berufsbild des Journalisten als eine hauptberufliche Tätigkeit, die mit „der Erarbeitung beziehungsweise Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Medien mittels Wort, Bild, Ton oder Kombinationen dieser Darstellungsmittel“ beauftragt ist.

Dazu nennt er eine Reihe von Merkmalen, die das Berufsbild weiter beschreiben, und bezieht das Arbeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit mit ein, welches dem journalistischen Interesse entgegensteht:

  • Tätigkeiten: Recherchieren, Auswählen, Bearbeiten, medienspezifisches Aufbereiten, Gestalten, Vermitteln, disponierende Tätigkeiten 
  • Arbeitsverhältnisse: Angestellte, Freiberufler 
  • Arbeitsfelder: Presse, Rundfunk, andere elektronische Medien, Nachrichtenagenturen, Bildjournalismus, Öffentlichkeitsarbeit und innerbetriebliche Information, medienbezogene Bildungsarbeit und Beratung
  • Anforderungen: Allgemeinbildung, Sachwissen, Fachwissen, Vermittlungskompetenz, persönliche Eigenschaften (ebd.).

Deutscher Journalisten-Verband (2008): „Berufsbild Journalistin – Journalist“, Berlin Seite 3

Der Journalismus ist ein autonomer Teil des gesellschaftlichen Systems mit einer sozialen Funktion. Journalismus beobachtet das Geschehen und wertet dieses selbstreflektiert aus. Dazu stellt er eine Öffentlichkeit dar, indem er seine objektive Arbeit publiziert. Journalismus beinhaltet deshalb nicht die Darstellung von erfundener, realitätsferner Fiktion. Die journalistische Arbeit geschieht kontinuierlich über aktuelle und universelle Themen. Diese Themen sind meist sachlich ausgewählt, und so fokussiert die Arbeit die zeitliche Aufmerksamkeit des Publikums. Journalismus setzt die Agenda. Die Paradoxie des Journalismus ist die, dass Themen allein dadurch wichtig werden, weil sich der Journalismus damit beschäftigt und sie über die Massenmedien verbreitet. So trägt dieses Berufsfeld mit seiner informierenden und kommentierenden Aufgabe dazu bei, eine gemeinsame Vorstellung der Wirklichkeit zu schaffen. (Neuberger & Kapern (2013): „Grundlagen des Journalismus“, Wiesbaden. Seite 26–29.)

„Die Berichterstattung dient der Information und hat wahrheitsgemäß zu erfolgen. Wertungen des Journalisten müssen als solche eindeutig zu erkennen sein.“ 

Deutsche Fachjournalisten-Verband (DFJV): „Ethik-Kodex“ – Artikel 1 Absatz 2

Als Teil der demokratischen Struktur erhält der Journalismus die Aufgabe des Moderators im öffentlichen Diskurs. Dabei soll er alle Meinungen der Bürger vertreten und widerspiegeln. Dies funktioniert meist nur in der Theorie. Jedoch befreit sich der heutige Journalismus oft daraus, indem Diskussionen veranstaltet werden und durch die Vielfalt der Teilnehmer ein breites Meinungsspektrum widergespiegelt wird.

In einer Studie von Magreth Lünenborg und Simon Berghofer aus dem Jahr 2010 schätzen sich deutsche Politikjournalisten und Journalistinnen selbst auf einer Rechts‐links-Skala etwas links der Mitte ein. Das Medium dagegen für das sie arbeiten, schätzen sie politisch eher etwas rechts der Mitte ein. Auf die Frage, welcher Partei sie sich zugehörig fühlen, beantworteten 36,1 % der Befragten, dass sie sich zu keiner Partei zuordnen. 46,6 % antworteten jedoch, dass sie zu einer Partei neigen, welche man eher links zuordnet (26,9 % Grüne, 15,5 % SPD, 4,2 Linke). Dieser Trend deckt sich mit einer Studie des Hamburger Institutes für Journalistik aus dem Jahr 2005. (Lünenborg & Berghofer (2010): „Politikjournalisten und Journalistinnen“, Berlin. Seite 13, Weischenberg (2006): „Journalismus in Deutschland 2005“, Media Perspektiven Heft 7. Seite 345.)

Dem deutschen Journalismus wurde schon früher vorgeworfen, den sogenannten Gesinnungsjournalismus zu praktizieren. Dieser steht im Gegensatz zum Nachrichten- journalismus. Gesinnungsjournalisten neigen dazu, ihre Meinungsmacht einzusetzen, sie nehmen aktiv Einfluss auf die Politik für die „gute Sache“ und wollen als vierte Gewalt in das politische System eingreifen. Der Vorwurf stammt von den Kommunikations-wissenschaftlern der „Mainzer Schule“. Zu diesen gehören Elisabeth Noelle-Neumann sowie die beiden Forscher Wolfgang Donsbach und Hans Mathias Kepplinger. Sie vertreten die These, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der politischen Einstellung der Journalisten und deren Einflussnahme auf die Gesellschaft. So würden sich vor allem linke Journalisten als eine Art Gegengewalt zur Politik und Wirtschaft sehen und versuchen, missionarisch auf die Leser einzuwirken – Journalismus als Oberlehrer.

In der Gesellschaft verlieren journalistische Produkte immer mehr an Wert, der gesamte Berufsstand hat ein immenses Glaubwürdigkeitsproblem. Langzeitstudien belegen, dass das journalistische Ansehen schneller sinkt als das Ansehen jeder anderen Institution. Fast alle traditionellen Nachrichtenmedien verlieren Leser, Hörer und Zuschauer. In dem Zeitraum zwischen 1980 und 2008 hat sich in Deutschland der prozentuale Anteil von jungen Menschen (14 bis 29 Jahre), die regelmäßig Tageszeitungen lesen, fast halbiert. Neben der Glaubwürdigkeit und dem Ansehen verliert auch der Journalismus immer mehr an Identität. Durch den Fortschritt der Technik und die Verbreitung von Smartphones und sozialen Medien kann heute jeder Nachrichten und Informationen verbreiten. So sieht sich der moderne Journalismus einer viel größeren Konkurrenz gegenüber als früher. Diese Konkurrenz arbeitet vielleicht nicht nach journalistischer Ethik oder journalistischen Herangehensweisen, aber sie produziert fortlaufend Content, der unterhält.

Der Journalismus steht permanent in der Öffentlichkeit. Ein immer wieder auftretender Vorwurf ist der professionelle Umgang mit seinen potenziell konfligierenden Zielen. Journalisten sollen schnell sein, aber sauber arbeiten. Ihre Themen umfassend einordnen, von zwei Seiten betrachten und objektiv darstellen, aber gleichzeitig eine Auswahl von Informationen treffen. Sie sollen nah an ihrer Story sein und gleichzeitig immer Distanz wahren. Sie müssen die Grundrechte der Bürger schützen, sind aber dennoch dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit verpflichtet. Sie sollen dabei alle möglichen Interessengruppen abbilden. Der Journalismus vertritt eine aufklärerische Rolle, ist jedoch abhängig von ökonomischen Aspekten und unterliegt dem Versuch der permanenten politischen Beeinflussung. Journalisten können nicht abschätzen, welchen Einfluss ihr Handeln hat. Sie übernehmen sehr selten die Verantwortung bei negativen Wirkungen. Der Journalismus muss aus der Konsequenz all dieser Widersprüche das Ziel haben, transparent zu arbeiten.

Es existieren weltweit mehrere journalistische Formate, die mit überspitzten, teils falschen Behauptungen arbeiten. Dies sind aber vor allem Satire-Formate, welche gezielt mit ihren humoristischen alternativen Weltbildern arbeiten und so auf mögliche Unstimmigkeiten der vorherrschenden Sichtweise hinweisen. Dabei orientieren sich die meisten an der amerikanischen „Daily Show with Jon Stewart“. Der amerikanische Professor für Medienwissenschaften Geoffrey Baym klassifiziert diese Art von Sendungen jedoch nicht als „Fake News“, sondern als „Oppositional News“. Diese Sendungen haben den Zweck, den Zuschauer mit Humor zum kritischen Hinterfragen zu bewegen. Dadurch wollen sie zur Meinungsbildung über die politische Debatte beitragen. Zudem sind diese Sendungen so erfolgreich, weil viele der Themen in den „Real News“ seltener vorkommen.

Das deutsche Pendant zur „Daily Show“ ist die „Heute Show“ des ZDF, die schon allein von Namen her sehr an das amerikanische Vorbild erinnert. Die von Oliver Welke moderierte Sendung wird seit 2009 ausgestrahlt und wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. Es gibt auch viele weitere Formate wie „extra 3“, die Online-Zeitung der „Postillon“ und das Magazin „titanic“ sowie die französische Zeitung “Charlie Hebdo”, die durch Satire versuchen gesellschaftliche Missstände aufzudecken. Sie alle könnten allgemein als Verbreiter von „Fake News“ beschrieben werden, was sie allerdings auf eine Stufe stellen würde mit scheinbar journalistischen Formaten, welche das Mittel der Satire nicht verwenden, sondern gezielt die Verbreitung von falschen Informationen weltweit betreiben. 

Damit kämpft der Journalismus an mehreren Fronten: Er muss sich gegen professionell produzierte PR-Inhalte behaupten, welche sich als journalistisch ausgeben, jedoch die eigene Integrität untergraben; die eigene Boulevardisierung seiner Produkte stoppen; den Wert von journalistisch gut recherchierten Nachrichten gegenüber banaler Unterhaltung ständig und immer wieder unterstreichen; sich gegen scheinbar journalistische Formate durchsetzen, die sich damit schmücken, alternative Fakten gegenüber den Mainstream-Medien präsentieren zu können. Zwei dieser Formate werden in den folgenden Unterkapiteln vorgestellt, sind dabei jedoch nur exemplarisch. Auf der ganzen Welt existieren unzählbare ähnliche Formate. Die im Folgenden betrachteten zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie immer wieder in den Fokus des internationalen Interesses wandern.

3.3.1 Russia Today
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Russia Today (RT) ist ein durch den russischen Staat finanzierter, erfolgreicher Fernsehsender mit Hauptsitz in Moskau. Zu dem Sender gehören acht unterschiedliche Kanäle in sechs unterschiedlichen Sprachen (Russisch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Deutsch und Französisch). Das Programm dieser Sender soll die Menschen mit Nachrichten und Informationen versorgen. Dabei unterscheiden sich die Themen der Nachrichten je nach Sender und Sprache. Die Fernsehsender von Russia Today sind über Satellit oder das Internet verfügbar. Auf YouTube existiert neben den oben genannten Sprachen ein zusätzlicher Kanal auf Chinesisch. Damit kann Russia Today von rund drei Milliarden Menschen in ihrer Mutter- oder Zweitsprache empfangen werden.

Das Leitbild von Russia Today lautet: „Wir zeigen den fehlenden Teil zum Gesamtbild.“ Die Fernsehsender von RT zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu fast jedem Thema eine gegenteilige Meinung haben als westliche Fernsehsender. Es werden auch immer wieder Nachrichten darüber veröffentlicht, die belegen, wo die westliche Welt die eigenen Prinzipien und Werte nicht einhält. Nach außen zeigt sich der Sender als ein journalistischer, der sein Publikum auf der politisch rechten Seite sieht.

RT ist jedoch ein Teil der russischen Staatsmedien, verbreitet deren gut organisierte Propaganda und Desinformationen. Dieses Vorgehen hat in Russland eine lange Tradition. Schon in den 1920er Jahren gründeten die Bolschewisten die „Abteilung für Agitation und Propaganda“ (Agitprop) als Teil des Zentralkomitees der kommunistischen Partei. Heute ist Russia Today durch seinen Mangel an objektiven Informationen ein Rädchen der hybriden Kriegsführung weltweit. Dadurch werden zwei Ziele erfüllt: Innerhalb Russlands stärkt es die Loyalität in der eigenen Bevölkerung; außerhalb des Staatsgebietes beeinflusst der Sender die öffentliche Meinung und somit auch den politischen Entscheidungsprozess.

deutsch.rt.com

3.3.2 Breitbart 

Breitbart.com ist eine rechtspopulistische US-amerikanische Nachrichten-Website. Sie ist das Sprachrohr der rechtsnationalen Alt-Right-Bewegung (alternative Rechte) gegen das politische Establishment. Andere rechte Medien sehen Breitbart.com als Leitmedium an. 2007 wurde Breitbart von Andrew Breitbart gegründet. Später übernahm Stephen Bannon (Publizist und Filmemacher) die Führung – bis zur Wahl Donald Trumps, welcher ihn zu seinem Chefberater ernannte.

Linke Bürgerrechtler werfen der Nachrichtenseite eine antisemitische und rassistische Haltung vor. Breitbart vertrete die Haltung, dass die weiße Rasse überlegen sei. Auch militaristische Einstellungen werden offen bedient, zudem ist die Seite dafür bekannt, dass sie immer wieder nachweislich Fake News verbreitet. So führte die unsachgemäße Berichterstattung in den USA schon zu Falschmeldungen in Deutschland. Ein Beispiel ist hier für die Meldung über einem 1000-Mann starken Mob in Dortmund, der am 3. Januar eine Kirche in Brand gesteckt dabei laut „Allahu Akbar“ gerufen haben soll. Der Artikel wurde unter der Überschrift „Revealed: 1,000-Man Mob Attack Police, Set Germany’s Oldest Church Alight on New Year’s Eve“ veröffentlicht. Breitbart arbeitet in diesem Artikel mit dem Mittel der Desinformation und Übertreibung. So gab es zwar eine Gruppe von Menschen, aber nicht im Umfang von Tausend, so gab es zwar einen Brand an einer Kirche, aber nicht in dem Ausmaß wie von Breitbart beschrieben.

Diese Herangehensweise ist typisch für Breitbart und für viele andere Medien die Fake News verbreiten. Sie arbeiten zum Teil mit echten Ereignissen und verfälschen diese so weit, dass es eine Nachricht entsteht, die in das Weltbild passt, welches nach außen vertreten werden soll. In diesen Fall ist es das Bild von gewaltbereiten Muslimen, Chaos und Staatsversagen in Deutschland.

breitbart.com

3.4 Politik

Der Begriff „Politik“ ist mehrdimensional. So können darunter alle staatlichen Maßnahmen verstanden werden, die der Regulierung nach außen und nach innen dienen, oder alle Personen und Personengruppen, die diese Maßnahmen festlegen. Jedoch kann „Politik“ auch als ein Ideal verstanden werden. So sind es auch Leitideen, die den Menschen Orientierung bieten und ihnen Handlungsrichtlinien vorgeben.

Die Politik ist der entscheidende Nutznießer von Fake News. Die gezielte Verbreitung von Unwahrheiten und Halbwahrheiten kann Wahlen beeinflussen. Wer Wahlen gewinnt, bekommt Macht zugesprochen. Aus den Erfahrungen der letzten zwei Jahre (Stand 2017) sind es vor allem rechte Parteien, die das Mittel der Fake News aktiv anwenden. Mit „rechts“ ist das gesamte Parteienspektrum nach amerikanischem Vorbild gemeint. Obgleich das deutsche Parteiensystem immer mehr in die politische Mitte rückt und fast jede Partei von sich behauptet, die Mitte der Gesellschaft zu repräsentieren, um für möglichst viele Wähler wählbar zu sein, gibt es immer eine Tendenz in eine bestimme politische Richtung (auch historisch bedingt). Hinzu kommt, dass das Streuen von Fehlinformationen zur weltweiten Tagesordnung gehört und somit ein internationales Problem darstellt, welches sich nur schwer national lösen lässt.

Es ist bekannt, dass Politiker sich damit schwertun, ihre Wahlversprechen einzuhalten. Dies kann am demokratischen Prozess liegen, denn kein Versprechen kann eingehalten werden, wenn die Mehrheit dazu fehlt. Eine Demokratie lebt davon, Kompromisse einzugehen. Jedoch ist ein abgegebenes Versprechen, welches nicht eingehalten wurde, faktisch eine Lüge. Vertrauen spielt in der Politik eine entscheidende Rolle. Es gehört zur politischen Kernkompetenz, Vertrauen zu generieren. Der Wähler gibt seine Stimme den Kandidaten oder der Partei, von welcher er überzeugt ist, dass diese sein Vertrauen verdient, und geht gegen diejenigen auf die Straße, welchen er misstraut. Um dies zu umgehen, inszeniert sich die Politik. Sie schafft ein Bild von sich selbst, das real, aber auch Fiktion sein kann. So verkaufen sich Politiker als Privatperson. Sie schaffen sich ein Image, individualisieren sich, wirken authentisch im medialen Spiel des Politainments, um auch den letzten unterhaltungsorientierten Mediennutzer für sich zu gewinnen.

All das macht Politik angreifbar. Es ist leichter, eine Person zu denunzieren, als eine ernsthafte Debatte zu führen. Ein einzelnes Gerücht in den Tiefen des Internets kann heute eine größere Auswirkung haben als die besten Argumente.

Die Politik unterliegt dem Trend der Medialisierung. Medialisierung ist ein Begriff aus der Kommunikationswissenschaft. Er beschreibt die Annahme, dass gesellschaftliche Bereiche wie Wirtschaft, Wissenschaft und die Politik selbst immer mehr den Mechanismen der Medien folgen. Sie orientieren sich an ihnen und kopieren ihre Stilmittel, so ist eine immer größere Skandalisierung, Personalisierung und Emotiona-lisierung auch in der Politik festzustellen.

3.4.1 Parteien

Der folgende Unterabschnitt gibt eine Übersicht über die Meinungen der verschiedenen deutschen Parteien, die alle eine realistische Chance hatten, 2017 in den Bundestag gewählt zu werden. Dieser Meinungsquerschnitt erfolgte durch eine Auswertung der unterschiedlichen Programme zur Bundestagswahl. Einige Parteien sprechen darin ganz offen das Thema der Fake News an, andere betonen den Erhalt der Meinungsfreiheit. 

AfD (2017): „Programm für Deutschland“

„Das Internet als Medium der Kommunikation, Information und freien Meinungsäußerung darf abseits der Verfolgung von Straftaten keinerlei Beschränkung und Zensur unterliegen.“ – Seite 48

CDU & CSU (2017): „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.“ 

„Freie und starke Medien sind ein zentrales Element unserer freiheitlichen demokratischen Ordnung. Ihre Vielfalt und Unabhängigkeit wollen wir durch geeignete Rahmenbe-dingungen auch in Zukunft gewährleisten. Dazu gehören faire Wettbewerbsbedingungen und Maßnahmen zur Sicherung der Qualität der Medien genauso wie Angebote zur Stärkung der Medienkompetenz.“ – Seite 45

FDP (2017): „Programm der Freien Demokraten zur Bundestagswahl“ 

„Wir Freie Demokraten setzen uns für die Meinungs- und Pressefreiheit ein. Jenseits von falschen Tatsachen-behauptungen sind auch erfundene oder verfälschte Nachrichten, die sich in sozialen Netzwerken und einigen Presseportalen finden lassen, von der Meinungs- und Pressefreiheit abgedeckt. Diese muss gerade dann gelten, wenn andere Meinungen als die eigenen verbreitet werden. Das bedeutet für uns, dass wir jede Form von staatlicher Kontrolle oder Prüfung auf die Richtigkeit von Nachrichten oder Meldungen ablehnen. Ebenso lehnen wir die Einführung eines Straftatbestands der Desinformation ab.“ – Seite 52

SPD (2017): „Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit: Zukunft sichern, Europa stärken“ 

„Darüber hinaus wollen wir der Verbreitung von Hasskriminalität und so genannten Fake News entgegenwirken. Sie sind eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben und für die freie und demokratische Gesellschaft. Am Anfang stehen die Worte, dann folgen die Taten. Wer im Internet kriminelle Parolen veröffentlicht und zu Gewalt gegen Jüdinnen und Juden, Ausländer und Ausländerinnen oder andere aufruft, muss konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Die Verbreitung rechtswidriger Inhalte wie Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung in den sozialen Netzwerken soll besser und schneller verfolgt werden. Daher setzen wir uns für eine verbesserte Ausbildung und Ausstattung der Polizeibehörden und Justiz in diesem Bereich ein.“ – Seite 56

Grüne (2017): „Wir stärken die Demokratie und verteidigen den freiheitlichen Rechtsstaat“ 

„Wir GRÜNE wollen eine vielfältige und unabhängige Medien-landschaft verteidigen, auch gegen die Angriffe von Populisten und Hetzern, die ihrerseits mit Falschmeldungen und Meinungs-robotern objektive Information durch Propaganda ersetzen. Journalist*innen dürfen nicht unter dem Vorwand der Terroris-musbekämpfung überwacht und kriminalisiert werden. Auch der Informantenschutz muss gesichert sein.“ – Seite 3

 Die Linke (2017): „Die Zukunft, für die wir kämpfen“ 

„Wir wollen, dass die Nutzerinnen und Nutzer sich im Internet frei informieren, weiterbilden, äußern und partizipieren können. Wir wollen die offene Architektur des Netzes bewahren und so sein Potenzial für Innovation und Entwicklung fördern. Dazu gehört für uns, die Netzneutralität abzusichern.“ – Seite 131

3.5 Lobbyismus 

Lobbyismus beschreibt alle langfristig organisierten Aktivitäten mit Auswirkung auf die Politik und Bürokratie. Das organisierte Interesse ging früher vor allem von Verbänden aus, in denen sich alle Gleichgesinnten einer Branche sammelten, um so einflussreicher nach außen wirken zu können. Heute geht der Trend dahin, dass Großunternehmen selbstständig agieren. Neben wirtschaftlichen Interessen werden auch ökologische und soziale Interessen durch NGOs (NonGovernmentOrganisation) oder NPOs (NonProfitOrganisation) vertreten. Lobbyisten fungieren hierbei als Meinungsmacher mit Machtanspruch, welche die Welt in eine bestimmte Richtung verändern wollen. Diese Richtung kann je nach Interesse sehr unterschiedlich sein. So versuchen Lobbyisten, Einfluss auf die Politik auszuüben. Kritisch gesehen kann man dabei von der Unterwanderung des Staates sprechen; um das zu verhindern, gelten bestimmte Regulierungen für Lobbyisten. Trotzdem besteht immer eine gewisse Diskrepanz zwischen gesellschaftlichem Interesse und dem Interesse der Lobbyisten. (Wehrmann „Lobbying in Deutschland – Begriff und Trends“, in Kleinfeld et al. (2007): „Lobbying“, Wiesbaden. Seite 36–38.)

Anschaulich wird dies anhand eines Beispiels. Ein starker Staat braucht hohe Steuereinnahmen, durch die er zum Wohle aller sein Sozialsystem finanzieren kann, oder er kann wichtige Investitionen in die Infrastruktur, das Militär oder die Zukunftstechnologie tätigen. Hierfür hat er drei Möglichkeiten: Er kann mehr Geld drucken, was ihn langfristig zugrunde richtet. Er kann Schulden aufnehmen, was ihn auf längere Sicht schwächt. Und er kann die Steuern erhöhen und so die Einnahmen neu verteilen. Hier kommen die Lobbyisten ins Spiel. Sie haben großes Interesse daran, dass ein möglichst hoher Betrag der Staatseinnahmen oder -schulden an ihre Auftraggeber zurückfließt und diese möglichst wenig Steuern an den Staat abführen müssen.

Lobbyismus ist ein Teil der politischen Kommunikation. Speziell ist er eine Methode der Public Affairs. Unter den Begriff „Public Affairs“ werden alle Kontakte in den öffentlichen und politischen Raum verstanden. Man unterscheidet weiterhin zwei Arten von Lobbyismus:

  • Beschaffungs-Lobbyismus (dient vorwiegend der Akquise von öffentlichen Aufträgen),
  • Gesetzes-Lobbyismus oder legislatives Lobbying (versucht möglichst viel Einfluss, auf die Entstehung und Gestaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen zu haben).

Lobbyismus findet jedoch generell nicht in verrauchten Hinterzimmern statt, in welchen Drohungen oder Geldkoffer gegen einen Händedruck getauscht werden (zur Lobbyarbeit gehören jedoch auch Parteispenden). Lobbying ist vielmehr eine systematische Informationsvermittlung. Lobbyisten stellen und vermitteln nur die Informationen, die ihrer Sache dienlich sind („Monitoring“ und „Issues Management“). Sie versuchen, mit ihren vorher bewerteten Daten aufklärerisch zu arbeiten. Mit ihrer Arbeit wirken sie dann auf den Entscheidungsfindungsprozess in ihrem Sinne ein. Das bedeutet, dass Lobbyismus grundsätzlich kein Interesse daran hat, eine Problematik objektiv von zwei Seiten zu betrachten. Erfolgreicher Lobbyismus kann nur funktionieren, wenn das eigene Interesse in Vordergrund steht und gegensätzliche Argumente möglichst ausgeschaltet werden.

Grundlage eines erfolgreichen Lobbyismus sind der Aufbau und die Pflege eines eigenen Netzwerkes (Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und Personen der Öffentlichkeit). Lobbyismus geschieht am häufigsten direkt. Am wirksamsten ist die persönliche Kommunikation (Gespräche, Telefonate, Schriftverkehr). Bei wirtschaftlichen Interessen wird indirektes Lobbying (über Dritte oder über die Medien) möglichst vermieden. Besonders die Aufmerksamkeit der Medien kann dem Lobbyismus hier schaden, da die eigenen Interessen der öffentlichen Meinung ausgesetzt werden. NGOs dagegen setzen auf diese Öffentlichkeit. Sie kommunizieren über die Medien ihre Anliegen nach außen, um eine möglichst große Masse auf ihre Seite zu ziehen und so Druck auf die Politik ausüben zu können.

3.5.1 Public Relations 

Der Begriff „Public Relations“ (PR) und der Begriff „Öffentlichkeitsarbeit“ beschreiben das gleiche Tätigkeitsfeld innerhalb der Kommunikationspolitik und können als Synonyme verwendet werden. Die Aufgabe der PR ist die Verwaltung und Planung der Kommunikation nach außen, die gezielt zwischen einer Organisation und verschiedenen Teilöffentlichkeiten stattfindet. Dadurch soll Vertrauen und Verständnis aufgebaut werden. Öffentlichkeitsarbeit versucht, die Empfänger (Stakeholder/Anspruchsgruppen) ihrer Informationen dort abzuholen, wo sie sich geraden befinden, und sie dorthin zu bringen, wo sie die PR gern haben will. Dabei unterscheidet sich die Arbeit der PR nicht grundsätzlich dahingehend, ob sie für einen Verein gemacht wird oder für ein Unternehmen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein Handwerk und bleibt in weiten Teilen immer identisch in ihrer Ausübung. (Röttger et al. (2014): „Grundlagen der Public Relations“, Wiesbaden. Seite 18–24.)

Öffentlichkeitsarbeit orientiert sich nicht nur nach außen, sondern auch nach innen an die eigenen Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehört die Kontaktpflege zu Journalisten und zu Geschäftspartnern des Unternehmens. Dafür bedient sie sich verschiedener Instrumente wie die Teilnahme an Messen und anderen Veranstaltungen, soziales Engagement oder die Umsetzung der firmeneigenen Corporate Identity. (Franck (2017): „Praxiswissen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“, Wiesbaden. Seite 11–15.)

Grundsätzlich geht es bei der Öffentlichkeitsarbeit um die gezielte Weitergabe ausgesuchter Informationen an eine bestimmte Zielgruppe. Mit dieser Weitergabe soll die Meinung positiv beeinflusst werden, was häufig langfristig mit der Entstehung von Kaufreizen verbunden ist. Die Public Relations arbeiten sehr nah am Journalismus (zum Beispiel: Advertorials, redaktionell aufbereitete Werbeanzeigen). Sie ist orientiert an Inhalten, argumentiert und arbeitet mit Fakten. Jedoch vertritt sie dabei immer ein bestimmtes Interesse. So ist es die PR, die aktiv daran arbeitet, Nachrichten zu forcieren. Damit trägt sie einen entscheidenden Anteil zur Medienwirklichkeit bei.

Eigene Reputation und der Aufbau eines positiv belegten Images sind zentrale Themen der Öffentlichkeitsarbeit. Die eigene Glaubwürdigkeit spielt dabei eine gewisse Rolle, die PR ist aber nicht grundsätzlich der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Sie kann damit arbeiten, bestimmte Informationen nicht oder nur teilweise herauszugeben. Sie ist in der Lage, das Interesse zu steuern und damit auch abzulenken. Die Grenzen zur Weitergabe von manipulierenden oder irreführenden Informationen sind hier sehr nah. So ist es immer die vordergründige Aufgabe der PR, die eigene Sache im besten Licht dastehen zu lassen. 

Die deutsche PR-Branche hat sich einen eigenen Kodex auferlegt, mit dem missbräuchliches Verhalten bei der öffentlichen Meinungsbildung verhindert werden soll. Der deutsche Kommunikationskodex besagt:

„Zentrale Normen und Zielwerte, zu denen sich PR- und Kommunikationsfachleute verpflichten, sind Transparenz,  Integrität, Fairness, Wahrhaftigkeit, Loyalität und Professionalität.“ 

Deutscher Rat für Public Relations (2012): „Deutscher Kommunikationskodex“, Berlin – Seite 2

3.6 Konsumenten

Als Konsument bezeichnete die Betriebswirtschaft den Endverbraucher. Das Wirtschaftssubjekt „Verbraucher“ steht am Ende der Wertschöpfungskette, er nimmt die von anderen fertiggestellten Produkte in Anspruch und bezahlt dafür mit einer Gegenleistung (mit Geld oder seinen Daten). Es gibt wenige Produkte, die von allen einzelnen Subjekten des Wirtschaftskreislaufs konsumiert werden. Zu diesen Produkten gehören Elektrizität und Wasser. Doch es gibt auch ein Drittes, und dies sind Informationen. Nachrichten über das Wetter, Börsenbewegungen oder politische Entscheidungen werden von jeder Person direkt oder indirekt konsumiert. Konsumenten von Informationen werden in der Kommunikationswissenschaft Rezipienten genannt.

In den vorhergehenden Unterkapiteln wurden die einzelnen Produzenten von Nachrichten genannt, beschrieben, und ihre jeweiligen Interessen wurden verdeutlicht. Die normalen Konsumenten von Informationen befinden sich zwischen all diesen Interessengruppen. Vielen von ihnen ist nicht klar, wie diese Gruppen funktionieren, was ihre genaue Aufgabe ist und von welchem Eigeninteresse sie geleitet werden. Dies ist aber ein entscheidender Faktor, wenn man sich kritisch und objektiv mit dem Wert einer von diesen Interessengruppen ausgehenden Nachricht auseinandersetzen will.

Neben einem breiten Grundwissen, welches ihnen dabei hilft, Informationen richtig einzuordnen, benötigen die Konsumenten die richtige Medienkompetenz. Als Medienkompetenz versteht man die Fähigkeit, die benötigt wird, um Medien und deren Inhalte richtig zu verarbeiten und aktiv, effektiv zu nutzen. Die Konsumenten müssen verstehen, wie sie die Medien gemäß den eigenen Bedürfnissen verwenden.

Medienkompetenz beinhaltet das Wissen darüber, ob ein Fernsehprogramm gerade informieren oder nur unterhalten soll. Medienkompetenz hat, wer sich Gedanken macht, warum ein bestimmtes Thema in der Zeitung steht und welche Interessen damit verbunden sind. Medienkompetenz bedeutet, dass man nicht nur einem Medium vertraut, sondern sich einen eigenen Informationspool zulegt und diesen auch nutzt. Doch heute wird unter Medienkompetenz oft nur verstanden, dass man sich in sozialen Netzwerken dessen bewusst sein muss, dass alle Aktionen gespeichert und leicht öffentlich gemacht werden können. Die einfachste Definition von Medienkompetenz ist: „Wenn man beim Umgang mit Medien selbstständig nachdenkt.“

Erkennt der Rezipient, dass ein Thema in den Medien nur bis zu einem gewissen Grad dargestellt werden kann, dann wird er versuchen, unabhängig davon mehr Informationen zu diesem Thema zu finden. Er ist sich also dessen bewusst, dass die Medien zwar für ihn denken, dieses Denken jedoch beschränkt ist. Der verantwortungsvolle Rezipient muss seine Eigenverantwortung wahrnehmen. Jeder Mensch kann versuchen, nachzuprüfen, ob der Artikel den er gerade gelesen hat, eine Fake News ist oder nicht. Es gibt mehrere einfache Indikatoren dafür:

  • Ist die Nachricht stark emotionalisierend?
  • Erscheint mir die Nachrichtenquelle unglaubwürdig? Erscheint mir die Werbung um die Nachricht nicht vertrauenswürdig? 
  • Ist die Überschrift besonders reißerisch? Verwendet sie auffällige Interpunktion (!!!!) oder suggeriert sie die einzig wahre Wahrheit?
  • Kann die Nachricht besonders leicht online geteilt werden?
  • Ist mir die Quelle unbekannt? Gibt es keinen Autor zu der Nachricht? Könnte es sich um Satire handeln? Ist kein Impressum vorhanden? Gibt es keine Möglichkeit Kontakt mit der Quelle aufzunehmen?
  • Ist das Datum bereits nicht mehr aktuell?
  • Verschweigt mir die Nachricht, woher die Information stammt? 
  • Sind die Hyperlinks in der Nachricht unseriös? 
  • Verweist die umgekehrte Bildersuche auf ein ganz anderes Ereignis?
  • Gibt es seriöse andere Quellen, die das Ereignis gegenteilig darstellen?

Je mehr dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich bei einer gefundenen Nachricht um eine Fake News handelt. Der Konsument von Nachrichten muss sich darüber im Klaren sein, wie einfach es ist, Fake News zu erstellen. Die Demokratie kann sich nur dadurch weiterentwickeln, dass mehr Fake News aufgedeckt werden.

Für jeden besteht ein hohes Interesse an dem spezifischen Thema der „Wahrheit“; so empfiehlt es sich, mehrere Quellen heranzuziehen. Die eigene Recherche kann damit anfangen, mehr als nur eine Zeitung zu lesen. Am umfangreichsten erfolgt die eigene Meinungsbildung, wenn auch die Quellen gelesen werden, die nicht der eigenen Meinung entsprechen (Berücksichtigung von Gegenargumenten). Gerade bei politischen Themen ist es wichtig, nicht darauf zu vertrauen, was eine bestimmte Interessengruppe sagt. Viel wichtiger ist es, sich selbst faktisch mit dem Gegenstand des Interesses zu beschäftigen. Die Möglichkeiten des Bürgers, an Informationen zu gelangen, waren noch nie so groß wie heute. Deshalb sollte jeder seine Eigenverantwortung wahrnehmen und selbst recherchieren.


1 EINLEITUNG
1.1 Thematische Abgrenzung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Methodik und Aufbau

2 GRUNDLAGEN ZU FAKE NEWS
2.1 Status quo
2.1 Definitionen
2.3 Theorie
2.3.1 Effekte

3 UMFELD
3.1 Rechtsgrundlagen
3.2 Unternehmen
3.2.1 Traditionelle Medien
3.2.2 Social Media
3.2.3 Alternative Medien
3.3 Journalismus
3.3.1 Russia Today
3.3.2 Breitbart
3.4 Politik
3.4.1 Parteien
3.5 Lobbyismus
3.5.1 Public Relations
3.6 Konsumenten

4 EMPIRISCHE UMFRAGE
4.1 Forschungsdesign
4.2 Datenerhebung und Datenaufbereitung
4.3 Datenauswertung
4.4 Berichtlegung

5 AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE